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Cholinerg wirksames Alkaloid

Muscarin

Aktiviert Rezeptoren des vegetativen Nervensystems. Trotz des ähnlichen Namens ist Muscarin etwas anderes als Muscimol.

Summenformel
C9H20NO2+
Molare Masse
174,26 g/mol
Angriffspunkt / Zusammenhang
Muscarinische Acetylcholin-Rezeptoren
Klinische Zuordnung
Muscarin-Syndrom

Die Formel zeigt das einfach positiv geladene Muscarin-Kation, ohne Gegenion. Ein Muscarinsalz besitzt eine andere Gesamtzusammensetzung.

Chemische Daten & Herkunft

PubChem · Muscarin · CID 9308
NCBI / National Library of Medicine · Chemische Referenzdatenbank
Compound-Datensatz; Summenformel, molare Masse und 2-D-Struktur über PUG REST abgerufen. Datenbankangaben belegen keine medizinische Wirksamkeit. · eingesehen 01.10.2026

2-D-Strukturformel von Muscarin, PubChem CID 9308
2-D-Struktur · PubChem CID 9308
Tautomerendarstellung laut Datenbank.
Abschnitte
Mechanismus · Studien · Grenzen

Wirkung & Forschung.

  1. Warum Speichel, Schweiß und Kreislauf zusammenhängen

    Muscarin aktiviert muscarinische Acetylcholin-Rezeptoren. Diese sind an der Regulation von Drüsen und Organen beteiligt. Typisch sind deshalb vermehrter Speichel- und Tränenfluss, Schwitzen und Magen-Darm-Beschwerden; auch Puls und Blutdruck können sich verändern. „Cholinerg“ bezeichnet diesen Bezug zum Botenstoff Acetylcholin.

    Belege & Lesestand

    PubChem · Muscarin · CID 9308
    NCBI / National Library of Medicine · Chemische Referenzdatenbank
    Compound-Datensatz; Summenformel, molare Masse und 2-D-Struktur über PUG REST abgerufen. Datenbankangaben belegen keine medizinische Wirksamkeit. · eingesehen 01.10.2026

    Mushroom poisoning from species of genus Inocybe: a case series with exact species identification
    Lurie et al. · 2009 · Primärstudie
    Abstract gelesen; 14 behandelte Fälle; Clin. Toxicol. 47:562–565; DOI 10.1080/15563650903008448 · eingesehen 01.10.2026

  2. Was eine klinische Fallserie zeigt

    Lurie und Kollegen beschrieben 14 behandelte Personen nach Risspilzmahlzeiten. Die Pilzreste wurden mykologisch bestimmt. Die Beschwerden begannen meist nach 15 Minuten bis zwei Stunden, einmal erst nach fünf Stunden. Alle Betroffenen erholten sich unter Behandlung. Das beschreibt diesen versorgten Personenkreis und begründet weder eine allgemeine Entwarnung noch eine genaue Risikoprognose.

    Belege & Lesestand

    Mushroom poisoning from species of genus Inocybe: a case series with exact species identification
    Lurie et al. · 2009 · Primärstudie
    Abstract gelesen; 14 behandelte Fälle; Clin. Toxicol. 47:562–565; DOI 10.1080/15563650903008448 · eingesehen 01.10.2026

  3. Ein irreführend ähnlicher Name

    Im Fliegenpilz kommt Muscarin nur in Spuren vor; seine zentrale Giftwirkung wird vor allem Ibotensäure und Muscimol zugeschrieben. Ein Name ist kein verlässlicher Hinweis auf den entscheidenden Inhaltsstoff. Auch ähnliche Beschwerden können durch unterschiedliche Mechanismen entstehen.

    Belege & Lesestand

    Fliegenpilzgift: gesundheitliche Risiken muscimolhaltiger „Fruchtgummis“
    BfR · Mitteilung 021/2025 · Behördliche Einordnung
    Abschnitte zu Wirkstoffen und Vergiftungen; keine Übertragung von Produktmengen auf Fruchtkörper · eingesehen 01.10.2026

  4. Artbestimmung stärkt die Fallserie

    In der Fallserie wurden Pilzreste durch einen Mykologen bestimmt. Genannt sind die historischen Namen Inocybe fastigiata, I. geophylla und I. patouillardii. Das ist methodisch stärker als eine bloße Vermutung anhand der Beschwerden, ersetzt aber keine repräsentative Erhebung aller Muscarinvergiftungen.

    Belege & Lesestand

    Mushroom poisoning from species of genus Inocybe: a case series with exact species identification
    Lurie et al. · 2009 · Primärstudie
    Abstract gelesen; 14 behandelte Fälle; Clin. Toxicol. 47:562–565; DOI 10.1080/15563650903008448 · eingesehen 01.10.2026

Zeitliche Einordnung

Zeitlicher Verlauf.

Muscarin-Syndrom

Häufig 15 Minuten bis 2 Stunden; in einer Fallserie auch später.

Das sind Literaturangaben zur zeitlichen Einordnung. Sie eignen sich weder zur Selbstdiagnose noch zum Ausschluss einer Vergiftung.

Einzelfälle, Behandlung und Mischmahlzeiten können den Verlauf verändern.

Belege & Lesestand

Mushroom poisoning from species of genus Inocybe: a case series with exact species identification
Lurie et al. · 2009 · Primärstudie
Abstract gelesen; 14 behandelte Fälle; Clin. Toxicol. 47:562–565; DOI 10.1080/15563650903008448 · eingesehen 01.10.2026

Chemie im mykologischen Zusammenhang

Die zugehörigen Artporträts.

Bildnachweise

Ziegelroter Risspilz
Foto: Andreas Kunze · CC BY-SA 3.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Rissiger Risspilz
Foto: Jerzy Opioła · CC BY-SA 4.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Erdblättriger Risspilz
Foto: Katrin Simon (iNaturalist) · CC BY 4.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Rinnigbereifter Trichterling
Foto: Andreas Kunze · CC BY-SA 3.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Bleiweißer Trichterling
Foto: Strobilomyces / Wikimedia Commons / „Clitocybe phyllophila 20081018wb.JPG“ / CC BY-SA 3.0. Proportional auf höchstens 1280 Pixel Kantenlänge verkleinert und als WebP mit Qualität 82 gespeichert; kein Beschnitt, keine inhaltliche Bildänderung. · CC BY-SA 3.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Rettichhelmling
Foto: Holger Krisp · CC BY 3.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Rosa Rettichhelmling
Foto: © Achim Lammerts / Wikimedia Commons / “14.10.2025 D500-0972 Achim-Lammerts Mycena-rosea” / CC BY-SA 4.0 · CC BY-SA 4.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Auswahl aus dem Atlas, keine vollständige Liste aller Vorkommen. Eine Zuordnung ersetzt keine Analyse eines konkreten Fruchtkörpers.

Belege zur Artzuordnung

Vergiftungssyndrome
DGfM · Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Stand 22.01.2023 · Fachgesellschaft
Abschnitte Amatoxin, Gyromitrin, Orellanus, Muscarin, Pantherina, Coprinus und Paxillus; Artzuordnung und zeitliche Einordnung · eingesehen 01.10.2026

DGfM · Giftpilze mit Syndromen, nach Taxa
DGfM-Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Fachgesellschaft
Arteinträge Inocybe geophylla und Pseudosperma rimosa [Listenschreibweise]: Muskarin-Syndrom; Stand 01.05.2026. · eingesehen 03.10.2026

First Nature · clitocybe phyllophila
Pat O’Reilly · Fachportal
Artbeschreibung mit Bestimmungsmerkmalen, Mikroskopie, Ökologie und Artvergleichen gelesen. Britische Saison nicht als gesamteuropäischer Kalender verwendet. · eingesehen 04.10.2026

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2-D-Strukturformel von Muscimol, PubChem CID 4266
2-D-Struktur · PubChem CID 4266
Tautomerendarstellung laut Datenbank.

Molare Masse: 114,10 g/mol

Literatur · Datenbanken

Nachlesen & nachvollziehen.

Gezielte Literaturauswahl · Quellen geprüft am 01.10.2026 · unabhängiger Fachreview ausstehend.

  1. PubChem · Muscarin · CID 9308
    NCBI / National Library of Medicine · Chemische Referenzdatenbank
    Compound-Datensatz; Summenformel, molare Masse und 2-D-Struktur über PUG REST abgerufen. Datenbankangaben belegen keine medizinische Wirksamkeit. · eingesehen 01.10.2026
  2. Vergiftungssyndrome
    DGfM · Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Stand 22.01.2023 · Fachgesellschaft
    Abschnitte Amatoxin, Gyromitrin, Orellanus, Muscarin, Pantherina, Coprinus und Paxillus; Artzuordnung und zeitliche Einordnung · eingesehen 01.10.2026
  3. DGfM · Giftpilze mit Syndromen, nach Taxa
    DGfM-Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Fachgesellschaft
    Arteinträge Inocybe geophylla und Pseudosperma rimosa [Listenschreibweise]: Muskarin-Syndrom; Stand 01.05.2026. · eingesehen 03.10.2026
  4. First Nature · clitocybe phyllophila
    Pat O’Reilly · Fachportal
    Artbeschreibung mit Bestimmungsmerkmalen, Mikroskopie, Ökologie und Artvergleichen gelesen. Britische Saison nicht als gesamteuropäischer Kalender verwendet. · eingesehen 04.10.2026
  5. Mushroom poisoning from species of genus Inocybe: a case series with exact species identification
    Lurie et al. · 2009 · Primärstudie
    Abstract gelesen; 14 behandelte Fälle; Clin. Toxicol. 47:562–565; DOI 10.1080/15563650903008448 · eingesehen 01.10.2026
  6. Fliegenpilzgift: gesundheitliche Risiken muscimolhaltiger „Fruchtgummis“
    BfR · Mitteilung 021/2025 · Behördliche Einordnung
    Abschnitte zu Wirkstoffen und Vergiftungen; keine Übertragung von Produktmengen auf Fruchtkörper · eingesehen 01.10.2026

Strukturansicht: PubChem / NCBI, unverändert aus dem verlinkten Compound-Datensatz; lokal gespeichert, keine Verbindung zu PubChem beim Lesen dieser Seite.

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