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Amatoxine · zyklisches Peptid

α-Amanitin

Ein besonders gut untersuchtes Amatoxin. Es hemmt die Abschrift von Erbinformation und kann lebenswichtige Zellfunktionen beeinträchtigen.

Summenformel
C39H54N10O14S
Molare Masse
919,0 g/mol
Angriffspunkt / Zusammenhang
RNA-Polymerase II
Klinische Zuordnung
Amatoxin-Syndrom
Chemische Daten & Herkunft

PubChem · α-Amanitin · CID 9543442
NCBI / National Library of Medicine · Chemische Referenzdatenbank
Compound-Datensatz; Summenformel, molare Masse und 2-D-Struktur über PUG REST abgerufen. Datenbankangaben belegen keine medizinische Wirksamkeit. · eingesehen 01.10.2026

2-D-Strukturformel von α-Amanitin, PubChem CID 9543442
2-D-Struktur · PubChem CID 9543442
Tautomerendarstellung laut Datenbank.
Abschnitte
Mechanismus · Studien · Grenzen

Wirkung & Forschung.

  1. Vom Molekül zur Zellschädigung

    Die RNA-Polymerase II stellt aus einer DNA-Vorlage RNA her. α-Amanitin bindet an dieses Enzym und hemmt den Transkriptionsprozess. Eine Röntgenstruktur des Hefe-Enzyms mit gebundenem Toxin machte den Angriffspunkt sichtbar. Das erklärt einen molekularen Mechanismus; eine Strukturstudie allein sagt noch nichts über den Verlauf einer einzelnen Vergiftung aus.

    Belege & Lesestand

    Structural basis of transcription: α-amanitin–RNA polymerase II cocrystal at 2.8 Å resolution
    Bushnell, Cramer & Kornberg · 2002 · Primärstudie
    Indexiertes Abstract zur Röntgenstruktur des Hefe-Enzyms; PNAS 99:1218–1222; DOI 10.1073/pnas.251664698 · eingesehen 01.10.2026

  2. Warum eine symptomarme Phase täuschen kann

    Amatoxinhaltige Pilze können zunächst heftige Magen-Darm-Beschwerden und später schwere Leberschäden verursachen. Eine zwischenzeitliche Besserung schließt fortschreitende Organschädigung nicht aus. Die zeitliche Verzögerung gehört zum Vergiftungsbild. Auch kleine verzehrte Mengen können medizinisch bedeutsam sein.

    Belege & Lesestand

    Vergiftungssyndrome
    DGfM · Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Stand 22.01.2023 · Fachgesellschaft
    Abschnitte Amatoxin, Gyromitrin, Orellanus, Muscarin, Pantherina, Coprinus und Paxillus; Artzuordnung und zeitliche Einordnung · eingesehen 01.10.2026

    Poisonous mushrooms in Norway
    Norwegian Poisons Information Centre / Helsenorge · Giftinformationszentrum
    Abschnitte Hepatotoxic mushrooms und Nephrotoxic mushrooms; klinische Einordnung · eingesehen 01.10.2026

  3. Ein Vertreter einer Stoffgruppe

    Die Formel auf dieser Seite gehört zu α-Amanitin. Ein molekularer Datensatz beschreibt eine bestimmte chemische Verbindung. Er bezeichnet weder alle Inhaltsstoffe eines Pilzes noch die Zusammensetzung einer Mahlzeit. Für einen chemischen Vergleich ist deshalb die genaue Stoffidentität entscheidend.

    Belege & Lesestand

    PubChem · α-Amanitin · CID 9543442
    NCBI / National Library of Medicine · Chemische Referenzdatenbank
    Compound-Datensatz; Summenformel, molare Masse und 2-D-Struktur über PUG REST abgerufen. Datenbankangaben belegen keine medizinische Wirksamkeit. · eingesehen 01.10.2026

  4. Gewebe und Probe mit angeben

    Eine HPLC-Studie an sechs Grünen Knollenblätterpilzen bestimmte mehrere Amatoxine und Phallotoxine in verschiedenen Geweben. Das verdeutlicht, warum ein Zahlenwert ohne Probenart und Bezugsgröße wenig aussagt. Diese regionale Stichprobe ist keine feste Giftgehaltstabelle für die gesamte Art.

    Belege & Lesestand

    Amatoxin and phallotoxin concentration in Amanita phalloides spores and tissues
    Kaya et al. · Primärpublikation
    Abstract gelesen; sechs Fruchtkörper, eine türkische Fundstelle, HPLC; online 2013, Heft 2015. · eingesehen 10.10.2026

Zeitliche Einordnung

Zeitlicher Verlauf.

Amatoxin-Syndrom

Beschwerden oft erst nach vielen Stunden; die DGfM nennt meist 8–12 Stunden.

Das sind Literaturangaben zur zeitlichen Einordnung. Sie eignen sich weder zur Selbstdiagnose noch zum Ausschluss einer Vergiftung.

Einzelfälle, Behandlung und Mischmahlzeiten können den Verlauf verändern.

Belege & Lesestand

Vergiftungssyndrome
DGfM · Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Stand 22.01.2023 · Fachgesellschaft
Abschnitte Amatoxin, Gyromitrin, Orellanus, Muscarin, Pantherina, Coprinus und Paxillus; Artzuordnung und zeitliche Einordnung · eingesehen 01.10.2026

Chemie im mykologischen Zusammenhang

Die zugehörigen Artporträts.

Gifthäubling

Galerina marginataLebensgefährlich giftigSehr giftig
Bildnachweise

Grüner Knollenblätterpilz
Foto: George Chernilevsky · Public domain · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Kegelhütiger Knollenblätterpilz
Foto: Quartl · CC BY-SA 3.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Gifthäubling
Foto: Lucian Clanet (iNaturalist) · CC BY 4.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Fleischbräunlicher Giftschirmling
Foto: Strobilomyces · CC BY-SA 3.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Auswahl aus dem Atlas, keine vollständige Liste aller Vorkommen. Eine Zuordnung ersetzt keine Analyse eines konkreten Fruchtkörpers.

Belege zur Artzuordnung

Vergiftungssyndrome
DGfM · Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Stand 22.01.2023 · Fachgesellschaft
Abschnitte Amatoxin, Gyromitrin, Orellanus, Muscarin, Pantherina, Coprinus und Paxillus; Artzuordnung und zeitliche Einordnung · eingesehen 01.10.2026

Occurrence and chemotaxonomical analysis of amatoxins in Lepiota spp.
Sarawi et al. (2022) · Primärstudie
Abstract gelesen: 48 Kollektionen, 16 Arten, UHPLC-QTOF-MS/MS. Keine Volltextauswertung; keine Übertragung auf jede Population. · eingesehen 03.10.2026

Literatur · Datenbanken

Nachlesen & nachvollziehen.

Gezielte Literaturauswahl · Quellen geprüft am 01.10.2026 · unabhängiger Fachreview ausstehend.

  1. PubChem · α-Amanitin · CID 9543442
    NCBI / National Library of Medicine · Chemische Referenzdatenbank
    Compound-Datensatz; Summenformel, molare Masse und 2-D-Struktur über PUG REST abgerufen. Datenbankangaben belegen keine medizinische Wirksamkeit. · eingesehen 01.10.2026
  2. Vergiftungssyndrome
    DGfM · Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Stand 22.01.2023 · Fachgesellschaft
    Abschnitte Amatoxin, Gyromitrin, Orellanus, Muscarin, Pantherina, Coprinus und Paxillus; Artzuordnung und zeitliche Einordnung · eingesehen 01.10.2026
  3. Occurrence and chemotaxonomical analysis of amatoxins in Lepiota spp.
    Sarawi et al. (2022) · Primärstudie
    Abstract gelesen: 48 Kollektionen, 16 Arten, UHPLC-QTOF-MS/MS. Keine Volltextauswertung; keine Übertragung auf jede Population. · eingesehen 03.10.2026
  4. Structural basis of transcription: α-amanitin–RNA polymerase II cocrystal at 2.8 Å resolution
    Bushnell, Cramer & Kornberg · 2002 · Primärstudie
    Indexiertes Abstract zur Röntgenstruktur des Hefe-Enzyms; PNAS 99:1218–1222; DOI 10.1073/pnas.251664698 · eingesehen 01.10.2026
  5. Poisonous mushrooms in Norway
    Norwegian Poisons Information Centre / Helsenorge · Giftinformationszentrum
    Abschnitte Hepatotoxic mushrooms und Nephrotoxic mushrooms; klinische Einordnung · eingesehen 01.10.2026
  6. Amatoxin and phallotoxin concentration in Amanita phalloides spores and tissues
    Kaya et al. · Primärpublikation
    Abstract gelesen; sechs Fruchtkörper, eine türkische Fundstelle, HPLC; online 2013, Heft 2015. · eingesehen 10.10.2026

Strukturansicht: PubChem / NCBI, unverändert aus dem verlinkten Compound-Datensatz; lokal gespeichert, keine Verbindung zu PubChem beim Lesen dieser Seite.

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