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Warum ein Pilz mehrere Namen hat

Namen finden, Artauffassungen auseinanderhalten.

Quellen ansehenAktualisiert 22.10.2026

Der Kern. Gleiche Schreibweise bedeutet nicht automatisch gleiches Artkonzept.

Ein Name hat eine Geschichte

Index Fungorum dokumentiert wissenschaftliche Pilznamen und verweist für taxonomische Angaben auf Species Fungorum. Das trennt zwei Fragen: Wie ist ein Name veröffentlicht worden, und welchem Taxon wird er in einer bestimmten Bearbeitung zugeordnet?

Belege [1]

Unsere Darstellung lesen

Mykolog hält gebräuchliche Suchnamen, den wissenschaftlichen Namen und den verwendeten taxonomischen Snapshot getrennt. Ein Treffer über ein Synonym führt zum selben Porträt. Der Namensabgleich belegt jedoch keine Bestimmung eines fotografierten Exemplars.

Ältere Literatur sorgfältig verwenden

Prüfe bei unterschiedlichen Beschreibungen, ob beide Autoren dieselbe Artauffassung verwenden. Im Atlas kennzeichnen wir entsprechende Hinweise im vertieften Text. Ein breiter gebrauchter Name sollte nicht stillschweigend in eine enger abgegrenzte Art übersetzt werden.

Was sensu lato und sensu stricto verändern

Sensu lato bedeutet „im weiteren Sinn“, sensu stricto „im engeren Sinn“. Neue Untersuchungen können zeigen, dass ein älterer Sammelname mehrere Arten umfasst. Dann lassen sich frühere Größenangaben, Baumbeziehungen oder Fundmeldungen nicht allein durch einen aktuellen Namen einer dieser engeren Arten zuordnen. Die Ausgabe eines Schlüssels ist daher Teil des Belegs. Ein moderner Schlüssel kann selbst bei einer breiten Gruppe enden, wenn sichere morphologische Trennmerkmale fehlen. Das ist eine Aussage über die erreichbare Genauigkeit, kein Anlass, den wahrscheinlichsten Einzelnamen ohne weitere Untersuchung zu wählen.

Belege [4]

Synonym und Fehlanwendung auseinanderhalten

Eine taxonomische Bearbeitung kann mehrere wissenschaftliche Namen demselben Taxon zuordnen. Davon zu unterscheiden ist ein Name, der für andersartige Funde benutzt wurde. Unser Rechercheprotokoll hält deshalb neben dem Namen auch Quelle, Jahr und Artauffassung fest. Ein historischer Eintrag lässt sich nicht allein durch Ersetzen seiner Buchstaben in eine aktuelle Bestimmung verwandeln.

Belege [2]

Mu-Err als konkretes Beispiel

Chinesische Wild- und Kulturbelege, die als Auricularia auricula-judae bestimmt worden waren, wurden in der Untersuchung von Wu und Kollegen vom europäischen Artkonzept getrennt und als Auricularia heimuer beschrieben. Das zeigt, warum ein gebräuchlicher Küchenname und ein alter lateinischer Name nicht automatisch dieselbe Art wie unser europäisches Judasohr meinen. Ein Namensbeleg muss zusammen mit seinem taxonomischen Umfang gelesen werden.

Belege [3]

Übersetzen heißt nicht neu benennen

Unsere sinngemäßen deutschen Hilfen zu chinesischen und japanischen Namen erläutern Wortbestandteile. Sie sind keine etablierten deutschen Artnamen und kein Beweis dafür, aus welchem historischen Motiv ein Name entstand. Unser Prüfweg trennt deshalb den fremdsprachigen Namensbeleg, seine Zuordnung zur Art und die sprachliche Deutung. Wo eine dieser Ebenen unsicher bleibt, soll die Unsicherheit sichtbar bleiben.

Weiterdenken

Wurde nur eine Art umbenannt, oder wurde eine früher breite Art tatsächlich aufgeteilt?

  • Wissenschaftlicher Name und Quelle bekannt?
  • Jahr der Bearbeitung berücksichtigt?
  • Artauffassung bei widersprüchlichen Texten geprüft?

Am echten Beispiel vergleichen.

Bildnachweise

Gemeiner Safranschirmling
Foto: Dominicus Johannes Bergsma · CC BY-SA 4.0 · Original

Maronenröhrling
Foto: Tintling · CC BY-SA 4.0 · Original

Echter Pfifferling
Foto: Andreas Kunze · CC BY-SA 3.0 · Original

Hier geht die Frage weiter.

Mit Bestimmungsschlüsseln arbeitenWann eine Einordnung offenbleibtVom Fund zu einer nachprüfbaren Beobachtung

Quellen & Fundstellen.

Die angegebenen Abschnitte tragen die fachlichen Aussagen. Beobachtungsfragen und Arbeitsblätter sind redaktionelle Vorschläge. Literaturfassung mit maschinellem Quellenabgleich; eine unabhängige mykologische Fachprüfung steht aus.

  1. Index Fungorum

    Nomenklatur und Verweis auf Species Fungorum

    Eingesehen 27.09.2026
  2. Index Fungorum · Names search

    Namenssuche, nomenklatorische Datensätze und taxonomische Zuordnung.

    Eingesehen 10.10.2026
  3. Wu et al. (2014) · Species clarification of “Heimuer”

    Gelesen: Abstract. DOI 10.11646/phytotaxa.186.5.1; Abgrenzung von Auricularia heimuer und A. auricula-judae.

    Eingesehen 10.10.2026
  4. Fungi of Temperate Europe – Keys to the Basidiomycotes (2026)

    Thomas Læssøe, Jens H. Petersen, Tobias Guldberg Frøslev & Jacob Heilmann-Clausen · Gedruckte S. 10–11; bereitgestellte Monografie, entsprechende Abschnitte gelesen. PDF-Seite = gedruckte Seite + 1.

    Eingesehen 14.10.2026
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