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Einen Fund verständlich dokumentieren

Eine kleine Bildserie ist aussagekräftiger als ein isoliertes Hutfoto.

Quellen ansehenAktualisiert 14.10.2026

Der Kern. Jedes zusätzliche Bild sollte eine neue Merkmalsfrage beantworten.

Die Frage bestimmt das Bild

Die DGfM betont, dass eine Bestimmung die Gesamtheit der Merkmale berücksichtigen muss und Fotos keine Verzehrfreigabe ermöglichen. Unser Fotoprotokoll hilft, erkennbare Merkmale und verbleibende Lücken sauber festzuhalten.

Unser Vorschlag für eine Serie

Beginne mit dem Fund in seiner Umgebung. Ergänze Gesamtansicht, Unterseite und vollständigen Stiel mit Basis, soweit zugänglich. Verwende eine eindeutige Bezeichnung für das Exemplar und füge einen Maßstab hinzu, ohne ihn mit einer Schätzung zu verwechseln. Bewahre die Originaldateien auf.

Bildgrenzen mitschreiben

Notiere verdeckte Teile, ungewöhnliches Licht oder fehlenden Maßstab. Wähle im Atlas die Fotoansicht, die dieselbe Struktur zeigt. Ein Vergleich verschiedener Perspektiven kann hilfreich sein, sollte aber nicht als direkte Übereinstimmung behandelt werden.

Eine Serie nach Informationsgewinn auswählen

Eine Gesamtansicht macht und sichtbar. Die nächste Aufnahme sollte eine konkrete Lücke schließen: Lamellenansatz, , Stielzeichnung, Basis oder eine bereits vorhandene Schnittfläche. Diffuses Licht bewahrt die Zeichnung heller und dunkler Flächen besser als harte Kontraste. Junge und reife Fruchtkörper liefern unterschiedliche Informationen; ihre Zuordnung muss erhalten bleiben. Im Atlas bevorzugen wir deshalb zuerst den ganzen Pilz und danach ergänzende Makroansichten. Eine Mikroskopieaufnahme kann eine Fachfrage dokumentieren, ersetzt aber weder Gesamtansicht noch eine fehlende Unterseite.

Belege [2]

Merkmale sichtbar machen statt nur Schönheit zeigen

Unser Aufnahmevorschlag: Nutze eine Übersicht für Wuchsform und Substrat, dann Nahaufnahmen für Unterseite und Stielbasis. Prüfe auf dem Bildschirm, ob helle Bereiche noch Zeichnung besitzen und der entscheidende Bereich scharf ist. Ein Maßstab gehört möglichst in dieselbe Ebene wie die gemessene Struktur; eine weit davor liegende Münze ist kein verlässlicher Größenvergleich.

Ein Fund, mehrere Ansichten, klare Zuordnung

Unser Dateischema kann schlicht „Fund-A-gesamt“, „Fund-A-unterseite“ und „Fund-A-basis“ lauten. Bei mehreren Fruchtkörpern erhält jeder eine eigene Kennung. So wird nicht versehentlich die Basis eines Exemplars mit dem Hut eines anderen kombiniert. Notiere auch umgelegte oder für das Foto angeordnete Pilze: Eine Aufnahme auf Moos beweist nicht, dass der Pilz dort gewachsen ist.

Was kein Foto nachliefern kann

Die DGfM nennt unter anderem Geruch, Sporenpulverfarbe und Ökologie als häufig fehlende Informationen bei Bildanfragen; manche Arten erfordern Mikroskopie. Trenne daher Bildinhalt, zusätzliche Beobachtung und Literaturwissen. Unser Vorschlag für die Anfrage lautet: „Das ist sichtbar; das habe ich zusätzlich beobachtet; diese Frage ist noch offen.“ Weitere Pixel ersetzen keine fehlende Merkmalsebene.

Belege [1]

Weiterdenken

Ergänzt das nächste Foto Unterseite oder Basis – oder wiederholt es nur den Hut?

  • Ansichten demselben Exemplar zugeordnet?
  • Unterseite und Basis dokumentiert?
  • Maßstab, Umgebung und offene Fragen festgehalten?

Am echten Beispiel vergleichen.

Unter jedem Beispiel steht, was das Artporträt zum Thema dieses Kapitels festhält – als Ausgangspunkt, nicht als alleiniges Bestimmungsmerkmal.

Grüner Knollenblätterpilz

Amanita phalloides

Stiel und Basis Stiel meist 8–15 cm lang, hell und teils grünlich bis bräunlich genattert. Der häutige Ring hängt herab und kann beschädigt sein; die knollige Basis steckt in einer weißen, sackartig-lappigen Volva. Die vollständige Basis ist für den Vergleich wesentlich.

Bildnachweise

Grüner Knollenblätterpilz
Foto: George Chernilevsky · Public domain · Original

Stockschwämmchen
Foto: © Achim Lammerts (Syntaxys) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Original

Parasol
Foto: Dalibor Bosits · CC BY 3.0 · Original

Hier geht die Frage weiter.

Veränderungen nachvollziehbar festhaltenRing und Basis getrennt betrachtenVom Fund zu einer nachprüfbaren Beobachtung

Quellen & Fundstellen.

Die angegebenen Abschnitte tragen die fachlichen Aussagen. Beobachtungsfragen und Arbeitsblätter sind redaktionelle Vorschläge. Literaturfassung mit maschinellem Quellenabgleich; eine unabhängige mykologische Fachprüfung steht aus.

  1. DGfM · Bestimmungsanfragen anhand von Bildern

    Grenzen von Fotografien und notwendige Merkmalsgesamtheit.

    Eingesehen 10.10.2026
  2. Fungi of Temperate Europe – Keys to the Basidiomycotes (2026)

    Thomas Læssøe, Jens H. Petersen, Tobias Guldberg Frøslev & Jacob Heilmann-Clausen · Gedruckte S. 34–35; bereitgestellte Monografie, entsprechende Abschnitte gelesen. PDF-Seite = gedruckte Seite + 1.

    Eingesehen 14.10.2026
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