Parfümierter Trichterling
Paralepistopsis amoenolens
Giftig; Acromelsäure A ist analytisch nachgewiesen. Europäische Fallberichte verbinden die Art mit ausgeprägten Schmerzen und Rötungen der Extremitäten.
Quellen zum Speisewert
Ein ockerlicher Trichterlingsverwandter mit auffälligem Duft und hellen herablaufenden Lamellen. Europäische Vergiftungen und der analytische Nachweis von Acromelsäure A machen ihn zu einer wichtigen Vergleichsart.

Hutoberseiten und herablaufende Lamellen am ungarischen Fund; Abbildung 1A der Erstnachweis-Publikation.
Artzuordnung nach dem publizierten ungarischen Beleg; keine unabhängige Nachbestimmung. Nur nichtkommerzielle Bildnutzung gemäß CC BY-NC 4.0.
Anikó Zám · Czeglédi, Vrba & Vrba (2024), MikoChips 2(1), S. 15, Abb. 1A · CC BY-NC 4.0 · Original

Seitlich liegender Fruchtkörper mit sichtbaren Lamellen, Stiel und Basis; Abbildung 1C der Erstnachweis-Publikation.
Artzuordnung nach dem publizierten ungarischen Beleg; keine unabhängige Nachbestimmung. Nur nichtkommerzielle Bildnutzung gemäß CC BY-NC 4.0.
Attila Czeglédi · Czeglédi, Vrba & Vrba (2024), MikoChips 2(1), S. 15, Abb. 1C · CC BY-NC 4.0 · Original
Form · Oberfläche · Aufbau
Merkmale erkennen.
- Hut
Hut meist 3,5–7 cm, anfangs gewölbt, später flach bis vertieft; cremebeige bis rostorange, Rand lange eingerollt.
- Unterseite
Dichte helle bis ockerliche, ; vom Hutfleisch relativ leicht ablösbar.
- Stiel & Basis
Kurz, etwa 3–5 cm, dem Hut ähnlich oder heller, ohne ; Basis weißfilzig.
- Fleisch
Hell, elastisch und unveränderlich; starker aromatisch-blumiger Geruch, dennoch keine sichere Geruchsbestimmung.
- Sporenpulver
Weißlich bis creme; glatte breit elliptische Sporen überwiegend 4–5,4 × 3,2–4 µm, schwach cyanophil und .
Entscheidende Merkmalskombination
Geruch niemals als Essbarkeitsmerkmal behandeln; zur engeren Bestimmung Mikromerkmale und aktuelle Gattungsabgrenzung heranziehen.
Einzelmerkmale gemeinsam betrachten. Nicht sichtbare Eigenschaften bleiben zunächst offen.
Quellen
Paralepistopsis gen. nov. and Paralepista: two new genera in the clitocyboid clade
Alfredo Vizzini & Enrico Ercole · Mycotaxon 120:253–267 · 2012 · S. 257–259: neue Kombination, ausführliche Artbeschreibung, Mikromerkmale; molekulare Einordnung. · eingesehen 05.10.2026
Eigenständige Literaturzusammenfassung. Eine unabhängige Fachprüfung liegt nicht vor.
Quellen zu den Merkmalen
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Merkliste & SicherungGeruch: Forschung & Quellen
Chemische Untersuchungen ergänzen Geruchsbeschreibungen. Ein Stoffnachweis belegt weder allein die Geruchsursache noch die Art eines Fundes oder seine Essbarkeit.
Paralepistopsis amoenolens · In der Studie als wichtiger Geruchsstoff beschrieben
Paralepistopsis amoenolens
Fons et al. (2006) führen den blumigen Geruch auf Methyl-(E)-cinnamat (42,6 %) und Benzoesäuremethylester zurück.
- (E)-Zimtsäuremethylester · PubChem CID 637520
- Benzoesäuremethylester · PubChem CID 7150
Quelle unter Clitocybe amoenolens; eine Aufsammlung aus Savoyen (2004), GC-MS ohne Olfaktometrie. Das Abstract nennt zusätzlich (E)-Nerolidol und Methylanthranilat als Schlüsselstoffe; S. 48 formuliert vorsichtig („seemed to be the key compound“).
Bezug im Porträt
- Fleischbeschreibung: „aromatisch-blumiger Geruch“
Fons F, Rapior S, Fruchier A, Saviuc P, Bessière J-M (2006). Volatile composition of Clitocybe amoenolens, Tricholoma caligatum and Hebeloma radicosum. Cryptogamie, Mycologie 27(1): 45–55
Standort · Substrat · Beziehungen
Lebensraum verstehen.
Lebensweise & Standort
Zersetzer. Streureiche europäische Waldstandorte. Auf Nadelstreu und Pflanzenresten, bevorzugt auf kalkreichen Böden; Herbst. Die Revision dokumentiert unter anderem Fichten- und Lärchenbestände der französischen und italienischen Alpen.
Streu & Pflanzenreste · Beispiele
- Fichten
- Lärchen
Quellen zum Lebensraum
Ökologie & Lebensraum
Paralepistopsis gen. nov. and Paralepista: two new genera in the clitocyboid clade
Die Symbole stehen für Streu und Pflanzenreste als Substrat. Daraus folgt keine Partnerschaft mit lebenden Baumwurzeln; die Auswahl ist nicht vollständig.
Icons: Blatt & NadelÄhnliche Arten.
Ähnliches trichteriges Farbbild; ornamentierte statt glatter Sporen.
Ähnliche Gestalt; Sporenform und weitere Mikromerkmale unterscheiden, kein sicherer Vergleich allein nach Duft.
Die Auswahl umfasst Vergleichsarten aus dieser Ausgabe. Weitere ähnliche Arten bleiben möglich. Vergleichstexte sind eigenständige Literaturzusammenfassungen; eine unabhängige Fachprüfung liegt nicht vor.
Genau hinsehen, besser einordnen.
Warum der Name Clitocybe weiter auftaucht
Die molekulare Bearbeitung von 2012 stellte die Art zu Paralepistopsis. Ältere Vergiftungsberichte und die chemische Untersuchung verwenden Clitocybe amoenolens. Beide Suchnamen werden deshalb miteinander verbunden.
Quellen
Paralepistopsis gen. nov. and Paralepista: two new genera in the clitocyboid clade
Alfredo Vizzini & Enrico Ercole · Mycotaxon 120:253–267 · 2012 · S. 257–259: neue Kombination, ausführliche Artbeschreibung, Mikromerkmale; molekulare Einordnung. · eingesehen 05.10.2026
Eigenständige Literaturzusammenfassung. Eine unabhängige Fachprüfung liegt nicht vor.
Schmerzen statt eines gewöhnlichen Magen-Darm-Bildes
Eine europäische Fallserie beschrieb sieben Fälle von Erythromelalgie nach Pilzmahlzeiten: ein Syndrom mit schmerzhaften geröteten Extremitäten. Clitocybe amoenolens wurde als mögliche Ursache identifiziert. Die Formulierung „möglich“ bleibt erhalten; der Fallbericht allein ist kein lückenloser chemischer Nachweis aller Mahlzeiten.
Quellen
Erythromelalgia and mushroom poisoning.
Saviuc PF, Danel VC, Moreau PA, Guez DR, Claustre AM, Carpentier PH, Mallaret MP, Ducluzeau R. · Vollständiges Abstract über Europe PMC gelesen; kein Volltextreview. DOI 10.1081/clt-100105162 · eingesehen 05.10.2026
Eigenständige Literaturzusammenfassung. Eine unabhängige Fachprüfung liegt nicht vor.
Der Stoffnachweis beantwortet eine andere Frage
Eine spätere massenspektrometrische Untersuchung wies Acromelsäure A in getrocknetem Material dieser Art nach. Das ergänzt die klinischen Beobachtungen analytisch. Daraus lässt sich jedoch kein gleichbleibender Gehalt für jeden Fund und keine persönliche Verträglichkeitsgrenze ableiten.
Quellen
Mass spectrometric determination of acromelic acid A from a new poisonous mushroom: Clitocybe amoenolens.
Bessard J, Saviuc P, Chane-Yene Y, Monnet S, Bessard G. · Vollständiges Abstract über Europe PMC gelesen; kein Volltextreview. DOI 10.1016/j.chroma.2004.08.133 · eingesehen 05.10.2026
Eigenständige Literaturzusammenfassung. Eine unabhängige Fachprüfung liegt nicht vor.
Wirkung & Einordnung.
Dieser Stoff steht im Zusammenhang mit der beschriebenen Wirkung. Die Auswahl ist kein vollständiges Inhaltsstoffprofil eines Fruchtkörpers.
Acromelsäure A
Schmerzverarbeitung · glutamaterge Signalwege
Ein Inhaltsstoff des Parfümierten Trichterlings, der mit anhaltenden brennenden Schmerzen in Verbindung steht. Analytische Nachweise und Schmerzmodelle ergänzen die klinischen Beobachtungen.
Strukturformel ansehen

Tautomerendarstellung laut Datenbank.
Belege zur Zuordnung dieser Art
Mass spectrometric determination of acromelic acid A from a new poisonous mushroom: Clitocybe amoenolens
Bessard et al. · Primärpublikation
Abstract über Europe PMC gelesen; LC-MS-Nachweis in getrocknetem Pilzmaterial (2004). · eingesehen 10.10.2026
Namen & Sprachen.
Bezugsart: Paralepistopsis amoenolens
Sprache öffnen, um die Belege zu sehen
DeutschParfümierter TrichterlingWohlriechender Trichterling
Namensbeleg
Namensführung im Artporträt und zugehörige Literatur · Abgerufen: 05.10.2026
EnglischParalysis funnel
Namensbeleg
Catalogue of Life · über GBIF · Abgerufen: 05.10.2026
FranzösischClitocybe à bonne odeur
Namensbeleg
TAXREF · über GBIF · Abgerufen: 05.10.2026
UngarischKörteillatú tölcsérgomba
Namensbeleg
Magyar Mikológiai Társaság · Gombanévjegyzék (2017) · Abgerufen: 06.10.2026
PDF-Seite 24: Paralepistopsis amoenolens (Clitocybe amoenolens) | körteillatú tölcsérgomba
Noch ohne geprüften Namensbeleg
- Niederländisch
- Spanisch
- Italienisch
- Rumänisch
- Dänisch
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- Norwegisch
- Schwedisch
- Finnisch
- Polnisch
- Tschechisch
- Slowenisch
- Kroatisch
- Serbisch
- Russisch
- Chinesisch
- Japanisch
Volksnamen können mehrere Arten bezeichnen. Die Reihenfolge bewertet nicht ihre Häufigkeit. Namensabgleich: 06.10.2026.
Name & Veröffentlichung
Registerangaben abgeglichen · Erfasst 18.10.2026. Der Status beschreibt den Datenbankabgleich, keine unabhängige Prüfung der Originalpublikation oder des Artkonzepts.
- Name im Porträt
- Paralepistopsis amoenolens
- Mykolog-Autorzitat bei der Erfassung
- (Malençon) Vizzini
- Herkunft des erfassten Zitats
- GBIF-Snapshot des Porträts
- Autorzitat laut Index Fungorum
- (Malençon) Vizzini · Namensdatensatz 564341
- Veröffentlichung des Basionyms laut Register
- Clitocybe amoenolens Malençon
Trav. Inst. Sci. Chérifien 33: 141 (1975) · Veröffentlichungsangabe im Namensregister
Autorenabkürzungen
Publikationsangaben nach Index Fungorum; Autorenauflösungen nach IPNI. Originalseiten wurden für diese Darstellung nicht unabhängig geprüft.
Fundmeldungen im Jahresverlauf.
Gemeldete Beobachtungen aus zehn Ländern, nach Beobachtungsmonat zusammengefasst. Die Balken zeigen Meldungen in dieser Auswahl – keine Häufigkeit der Art.
Einen Monat antippen, um die Zahl zu sehen.
Null bedeutet: keine passenden Meldungen im Snapshot. Es bedeutet nicht, dass die Art dort oder dann fehlt. Die Meldungen sind keine Vorhersage für einen Fundort.
Einordnung & Datengrundlage
Meldungen sind keine Prognose.
Beobachtungsaktivität, Meldeplattformen und Datenfreigaben unterscheiden sich stark. Fehlbestimmungen und doppelte Meldungen sind möglich. Dieser Ausschnitt erlaubt keinen Vergleich der tatsächlichen Häufigkeit zwischen Ländern und keine Vorhersage für einen Fundort.
Was wurde ausgewählt?
Beobachtungsjahre 2015–2025 · menschliche Beobachtungen · mit Koordinaten und ohne von GBIF markierten Geodatenfehler · Vorkommen als vorhanden gemeldet · CC0 oder CC BY. Stand 05.10.2026.
Exakte GBIF-AbfrageMonats- und Länderwerte ansehen
| Monat | Datensätze |
|---|---|
| Jan | 0 |
| Feb | 0 |
| Mär | 0 |
| Apr | 0 |
| Mai | 0 |
| Jun | 0 |
| Jul | 0 |
| Aug | 1 |
| Sep | 5 |
| Okt | 6 |
| Nov | 0 |
| Dez | 0 |
| Land | Datensätze |
|---|---|
| Deutschland | 0 |
| Österreich | 0 |
| Schweiz | 12 |
| Tschechien | 0 |
| Polen | 0 |
| Slowakei | 0 |
| Ungarn | 0 |
| Slowenien | 0 |
| Liechtenstein | 0 |
| Luxemburg | 0 |
Monatswerte sind über alle Länder zusammengefasst. Länderwerte sind über den gesamten Zeitraum zusammengefasst. Es handelt sich nicht um Monatswerte je Land.
Aggregierte Werte als CSV herunterladenHerkunft & Lizenzen · 2 beitragende Datensätze
Daten über GBIF.org. 0 Meldungen unter CC0 1.0, 12 unter CC BY 4.0. Die folgenden Herausgeber stellen die Quelldaten bereit. Zählung und Gruppierung: Mykolog.
- Swiss National Fungi Databank · 11 Datensätze
Gross A, Blaser S, Senn-Irlet B (2026). Swiss National Fungi Databank. Version 1.7. Swiss National Biodiversity Data and Information Centres – InfoSpecies. Occurrence dataset https://doi.org/10.16904/envidat.136 accessed via GBIF.org on 2026-10-01. · DOI - iNaturalist Research-grade Observations · 1 Datensatz
iNaturalist contributors, iNaturalist (2026). iNaturalist Research-grade Observations. iNaturalist.org. Occurrence dataset https://doi.org/10.15468/ab3s5x accessed via GBIF.org on 2026-10-01. · DOI
Quellen & Prüfstand.
Prüfstand: Anhand der angegebenen Quellen geprüft · Quellenstand 31.10.2026.
Zum Lernen und Vergleichen. Keine unabhängige mykologische Fachprüfung; keine Verzehrfreigabe. Alle Angaben ohne Gewähr.
Quellenabgleich · 05.10.2026 · Neues Literaturporträt
Ergebnis dieser Runde: Geruch niemals als Essbarkeitsmerkmal behandeln; zur engeren Bestimmung Mikromerkmale und aktuelle Gattungsabgrenzung heranziehen.
Umfang: Originale Synthese konkret gelesener Artpassagen und ausgewiesener Abstracts; keine unabhängige Neubestimmung von Fotos, kein vollständiger systematischer Review.
Erneut herangezogene Quellen
Paralepistopsis gen. nov. and Paralepista: two new genera in the clitocyboid clade
Alfredo Vizzini & Enrico Ercole · Mycotaxon 120:253–267 · 2012 · S. 257–259: neue Kombination, ausführliche Artbeschreibung, Mikromerkmale; molekulare Einordnung. · eingesehen 05.10.2026
Eigenständige Literaturzusammenfassung. Eine unabhängige Fachprüfung liegt nicht vor.
Prüfung der damaligen Ausgabe · Prüfprotokoll herunterladen (JSON, alle Porträts, ca. 5,5 MB)
Speisewert: Quellenstand & Prüfhinweise
Angabe zur Art, keine Bestimmung oder Verzehrfreigabe eines Fundes.
Quellenname: Paralepistopsis amoenolens · abgeglichen am 05.10.2026. Ein Artname im weiteren Sinn (s. l.) gilt nicht automatisch für jede später abgetrennte Art.
Eigenständige Literaturzusammenfassung. Eine unabhängige Fachprüfung liegt nicht vor.
- Paralepistopsis gen. nov. and Paralepista: two new genera in the clitocyboid clade
Seite: S. 257–259
- Erythromelalgia and mushroom poisoning.
- Mass spectrometric determination of acromelic acid A from a new poisonous mushroom: Clitocybe amoenolens.
- Funga Nordica (2008) · Lepista
- Infundibulicybe gibba - strmělka nálevkovitá - myko.cz
Weitere Nachweise anzeigenWeitere Nachweise einklappenBildnachweise · Namensabgleich
- Fotografien
- Taxonomischer Namensabgleich
Wie wir recherchieren und prüfen
Die Literatur hinter der Gattung.
4 erschlossene Quellen mit Bezug zu Paralepistopsis. Ein Gattungsbezug bedeutet nicht, dass jede Quelle diese einzelne Art behandelt.
Monografien und Studien zu Paralepistopsis