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Ergolin-Alkaloide

Mutterkornalkaloide

Eine Gruppe von Alkaloiden mit gemeinsamem Ergolin-Grundgerüst, die vor allem im Mutterkorn eingelagert ist. Sie wirken an adrenergen, serotonergen und dopaminergen Rezeptoren und lösten früher Ergotismus-Epidemien aus. Heute begrenzt die EU Mutterkorn und die Summe von zwölf Hauptalkaloiden in Getreide und Getreideerzeugnissen.

Angriffspunkt / Zusammenhang
Adrenerge, serotonerge und dopaminerge Rezeptoren
Klinische Zuordnung
Ergotismus (Mutterkornvergiftung)
Abschnitte
Mechanismus · Studien · Grenzen

Wirkung & Forschung.

Was ist belegt?

Stoffnachweis
In den Sklerotien von Claviceps purpurea nachgewiesen; die Überwachung erfasst zwölf Hauptalkaloide in Getreide und Getreideerzeugnissen.
Experimentelle Wirkung
Rezeptorwirkungen und Tierversuche; die EFSA-Richtwerte beruhen auf einer Fütterungsstudie mit Ergotamin an Ratten.
Menschliche Vergiftungen
Ergotismus-Epidemien sind historisch belegt. Heute bewerten Behörden vor allem Gehalte in Getreideerzeugnissen, besonders aus Roggen.

Die zugrunde liegenden Arbeiten und ihre Grenzen stehen in den folgenden Abschnitten.

  1. Wo Mutterkornalkaloide vorkommen

    Mutterkorn- oder Ergotalkaloide sind Stoffwechselprodukte bestimmter Pilze, darunter des Mutterkornpilzes Claviceps purpurea. Sie sind vor allem im Mutterkorn eingelagert: in den dunklen Sklerotien, die als Dauerform des Pilzes anstelle eines Korns aus den Ähren von Wildgräsern und Getreide ragen. Unter den Getreidearten ist besonders Roggen betroffen, seltener Triticale, Weizen, Hafer und Gerste. In Europa ist C. purpurea die am weitesten verbreitete Claviceps-Art; nach Übersichtsarbeiten kann sie rund 400 Grasarten befallen, darunter Getreide und Futtergräser. Ergotalkaloide bilden auch andere Pilze, etwa gräserbewohnende Endophyten der Gattung Epichloë.

    Belege & Lesestand

    Fragen und Antworten zu Ergotalkaloiden in Getreideerzeugnissen
    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 25.07.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen, alle zehn Fragen: Vorkommen im Mutterkorn, akute und chronische Wirkungen, EFSA-Richtwerte 2012, Eintrag über Bruchstücke und Stäube, Nicht-Erkennbarkeit für Verbraucher, empfindliche Gruppen, BfR-Bewertung 2023, Höchstgehalte nach VO (EU) 2021/1399 und 2024/1808. Seitendatum 25.07.2024; auf derselben Seite steht zusätzlich der Vermerk „Aktualisierte Fassung vom 12. November 2013“. Das verlinkte PDF wurde nicht gesondert gelesen. · eingesehen 18.10.2026

    Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
    Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Scientific Opinion on Ergot alkaloids in food and feed
    EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM) · EFSA Journal 10(7):2798 · 2012 · Behördliche Evidenzbewertung
    Nur Abstract gelesen (PMC-Datensatz PMC13093078 mit Abstract, Gremienangaben und Literaturliste). Der Volltext (158 S.) wurde nicht gelesen: PDF bei PMC hinter einer Bot-Prüfung, Verlagsseite HTTP 403, kein Volltext über Europe PMC; nicht umgangen. Hauptalkaloide, Referenzpunkt und Richtwerte zusätzlich in EFSA 2017 (Einleitung) und BfR 2023 (Abschnitt 3.1.2) bestätigt. · eingesehen 18.10.2026

    Human and animal dietary exposure to ergot alkaloids
    EFSA · D. Arcella, J. Á. Gómez Ruiz, M. L. Innocenti & R. Roldán · EFSA Journal 15(7):4902 · 2017 · Behördlicher wissenschaftlicher Bericht
    Volltext über Europe PMC (PMC7010019) gelesen: Summary, Introduction mit 1.1, Abschnitte 3.1–3.1.4 (Vorkommen, Anteile der Epimere, Sklerotiendaten), Abschnitt zu Sklerotien und Alkaloidgehalten, Uncertainties, Conclusions und Recommendations. Expositionsabschnitte nur über Summary und Conclusions; Tabellen und Anhänge nicht ausgewertet. · eingesehen 18.10.2026

    Ergot: from witchcraft to biotechnology
    T. Haarmann, Y. Rolke, S. Giesbert & P. Tudzynski · Molecular Plant Pathology 10(4):563–577 · 2009 · Übersichtsarbeit
    Volltext über PMC (PMC6640538) im HTML gelesen: Summary, Abschnitte 1.1, 1.2, 2.1, Anfang von 2.2, 2.3, 3.1 und 3.2. Historische Angaben beruhen auf Sekundärliteratur der Autoren; die Opferzahl für 944–945 weicht von Miedaner & Geiger 2015 ab und wurde nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Biology, Genetics, and Management of Ergot (Claviceps spp.) in Rye, Sorghum, and Pearl Millet
    T. Miedaner & H. H. Geiger · Toxins 7(3):659–678 · 2015 · Übersichtsarbeit
    Volltext über Europe PMC (PMC4379517) gelesen: Abstract, Abschnitte 1–4, 5–5.2, 6.4 (genetische und umweltbedingte Variation der Alkaloidgehalte), 7.3 und 8. Abschnitte zu Resistenzzüchtung und Fungiziden nicht ausgewertet. Lizenz CC BY. · eingesehen 18.10.2026

  2. Eine Stoffgruppe, zwölf Leitsubstanzen

    Kennzeichnend für die Ergotalkaloide ist nach EFSA und BfR das tetrazyklische Ergolin-Ringsystem; eine Übersichtsarbeit beschreibt sie als tri- oder tetrazyklische Abkömmlinge von prenyliertem Tryptophan. Die EFSA unterscheidet nach dem Rest am Kohlenstoffatom C-8 Clavin-Alkaloide, einfache Lysergsäure-Abkömmlinge, Ergopeptine und Ergopeptame; nach Übersichtsarbeiten bildet C. purpurea Vertreter all dieser Gruppen. Das LGL nennt über 50 bekannte Ergotalkaloide. EFSA und EU-Recht konzentrieren sich auf die Hauptalkaloide von C. purpurea: Ergometrin, Ergotamin, Ergosin, Ergocristin, Ergocryptin und Ergocornin samt ihren -inin-Epimeren. Ergocryptin ist nach der EFSA ein Gemisch aus α- und β-Form; beide Formen von Ergocryptin und von Ergocryptinin werden meist als Summe gemeldet und jeweils als ein Alkaloid gezählt. So ergeben sich zwölf Hauptalkaloide, obwohl der EFSA-Bericht von 2017 vierzehn Einzelverbindungen abdeckt. LSD kommt im Mutterkorn nicht natürlich vor: Es ist ein halbsynthetischer Lysergsäure-Abkömmling, den Albert Hofmann 1938 erstmals synthetisierte.

    Belege & Lesestand

    Bewertung gesundheitlicher Risiken durch Ergotalkaloide in ausgewählten Getreideprodukten
    BfR · Stellungnahme Nr. 041/2023 vom 25.09.2023 · Behördliche Evidenzbewertung
    PDF (66 S., DOI 10.17590/20230925-094324-0) in Abschnitten gelesen: Zusammenfassung S. 1–2, Abschnitte 1–2 (S. 2–4), 3.1.1 Gefahrenidentifizierung (S. 4–5), 3.1.2 Gefahrencharakterisierung (S. 5–6), 3.2 (S. 38–39) sowie Nachtrag Abschnitte 4–5 (S. 40–41). Expositionstabellen und Abschnitte 3.1.3, 3.1.4 und 6 nur über die Ergebnisabschnitte. Die Bewertung bezieht sich auf die damals für den 1. Juli 2024 geplanten Absenkungen nach VO (EU) 2021/1399; VO (EU) 2024/1808 verschob einen Teil davon später. · eingesehen 18.10.2026

    Human and animal dietary exposure to ergot alkaloids
    EFSA · D. Arcella, J. Á. Gómez Ruiz, M. L. Innocenti & R. Roldán · EFSA Journal 15(7):4902 · 2017 · Behördlicher wissenschaftlicher Bericht
    Volltext über Europe PMC (PMC7010019) gelesen: Summary, Introduction mit 1.1, Abschnitte 3.1–3.1.4 (Vorkommen, Anteile der Epimere, Sklerotiendaten), Abschnitt zu Sklerotien und Alkaloidgehalten, Uncertainties, Conclusions und Recommendations. Expositionsabschnitte nur über Summary und Conclusions; Tabellen und Anhänge nicht ausgewertet. · eingesehen 18.10.2026

    Ergot: from witchcraft to biotechnology
    T. Haarmann, Y. Rolke, S. Giesbert & P. Tudzynski · Molecular Plant Pathology 10(4):563–577 · 2009 · Übersichtsarbeit
    Volltext über PMC (PMC6640538) im HTML gelesen: Summary, Abschnitte 1.1, 1.2, 2.1, Anfang von 2.2, 2.3, 3.1 und 3.2. Historische Angaben beruhen auf Sekundärliteratur der Autoren; die Opferzahl für 944–945 weicht von Miedaner & Geiger 2015 ab und wurde nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Biology, Genetics, and Management of Ergot (Claviceps spp.) in Rye, Sorghum, and Pearl Millet
    T. Miedaner & H. H. Geiger · Toxins 7(3):659–678 · 2015 · Übersichtsarbeit
    Volltext über Europe PMC (PMC4379517) gelesen: Abstract, Abschnitte 1–4, 5–5.2, 6.4 (genetische und umweltbedingte Variation der Alkaloidgehalte), 7.3 und 8. Abschnitte zu Resistenzzüchtung und Fungiziden nicht ausgewertet. Lizenz CC BY. · eingesehen 18.10.2026

    Analysis of Ergot Alkaloids
    C. Crews · Toxins 7(6):2024–2050 · 2015 · Übersichtsarbeit
    Volltext über Europe PMC (PMC4488688) gelesen: Abschnitte 1.1–1.3 (Stoffklassen, Epimerisierung an C-8), 2 (Stabilität) und 15. Methodenteil nicht ausgewertet. Die Einordnung von Ergometrin unter die Ergopeptine in Abschnitt 1.3 wird nicht übernommen (EFSA 2017: Lysergsäure-Abkömmling); die Angaben zur Rechtslage (Stand 2015) sind überholt. · eingesehen 18.10.2026

    Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
    Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Verordnung (EU) 2023/915 der Kommission vom 25. April 2023 über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln
    Europäische Kommission · ABl. L 119 vom 05.05.2023 · EU-Rechtsakt
    Ursprungsfassung (ABl. L 119 vom 05.05.2023, S. 103) im EUR-Lex-HTML gelesen: Art. 8, Art. 10 Abs. 1 Buchst. b und Anhang I Nr. 1.8 (Mutterkorn-Sklerotien; Ergotalkaloide als Untergrenze der Summe aus sechs Epimerenpaaren, Ergocryptin/Ergocryptinin in α- und β-Form). Die Zahl „zwölf“ steht nicht im Verordnungstext, sondern bei BfR, LGL und EFSA. Spätere Änderungen von Nr. 1.8 über VO (EU) 2024/1808 und die konsolidierte Fassung. · eingesehen 18.10.2026

    Scientific Opinion on Ergot alkaloids in food and feed
    EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM) · EFSA Journal 10(7):2798 · 2012 · Behördliche Evidenzbewertung
    Nur Abstract gelesen (PMC-Datensatz PMC13093078 mit Abstract, Gremienangaben und Literaturliste). Der Volltext (158 S.) wurde nicht gelesen: PDF bei PMC hinter einer Bot-Prüfung, Verlagsseite HTTP 403, kein Volltext über Europe PMC; nicht umgangen. Hauptalkaloide, Referenzpunkt und Richtwerte zusätzlich in EFSA 2017 (Einleitung) und BfR 2023 (Abschnitt 3.1.2) bestätigt. · eingesehen 18.10.2026

  3. Wie die Alkaloide wirken

    Über ihr Ergolin-Grundgerüst wirken Ergotalkaloide nach BfR und EFSA vor allem an adrenergen, serotonergen und dopaminergen Rezeptoren. Je nach Struktur können sie dort aktivierend, teilweise aktivierend oder blockierend wirken; auch die im Zielgewebe vorhandenen Rezeptortypen beeinflussen die Wirkung. Das LGL führt das auf die strukturelle Ähnlichkeit der Lysergsäure-Abkömmlinge mit den Botenstoffen Noradrenalin, Dopamin und Serotonin zurück; eine Übersichtsarbeit hält diese Erklärung für die wahrscheinlichste. Dieselbe Übersichtsarbeit schreibt den Ergopeptinen über adrenerge Rezeptoren gefäßverengende Wirkungen zu. Ergometrin wird nach dem LGL in der Medizin verwendet, um Gebärmutterkontraktionen auszulösen; nach dem BfR zeigen Humandaten, dass Ergotalkaloide solche Kontraktionen bereits bei geringen Aufnahmemengen hervorrufen können. In Tierversuchen zeigten sich nach einmaliger Gabe vor allem Zeichen von Neurotoxizität wie Muskelschwäche und Zittern, nach wiederholter Gabe unter anderem Durchblutungsstörungen vorwiegend in den Extremitäten.

    Belege & Lesestand

    Bewertung gesundheitlicher Risiken durch Ergotalkaloide in ausgewählten Getreideprodukten
    BfR · Stellungnahme Nr. 041/2023 vom 25.09.2023 · Behördliche Evidenzbewertung
    PDF (66 S., DOI 10.17590/20230925-094324-0) in Abschnitten gelesen: Zusammenfassung S. 1–2, Abschnitte 1–2 (S. 2–4), 3.1.1 Gefahrenidentifizierung (S. 4–5), 3.1.2 Gefahrencharakterisierung (S. 5–6), 3.2 (S. 38–39) sowie Nachtrag Abschnitte 4–5 (S. 40–41). Expositionstabellen und Abschnitte 3.1.3, 3.1.4 und 6 nur über die Ergebnisabschnitte. Die Bewertung bezieht sich auf die damals für den 1. Juli 2024 geplanten Absenkungen nach VO (EU) 2021/1399; VO (EU) 2024/1808 verschob einen Teil davon später. · eingesehen 18.10.2026

    Human and animal dietary exposure to ergot alkaloids
    EFSA · D. Arcella, J. Á. Gómez Ruiz, M. L. Innocenti & R. Roldán · EFSA Journal 15(7):4902 · 2017 · Behördlicher wissenschaftlicher Bericht
    Volltext über Europe PMC (PMC7010019) gelesen: Summary, Introduction mit 1.1, Abschnitte 3.1–3.1.4 (Vorkommen, Anteile der Epimere, Sklerotiendaten), Abschnitt zu Sklerotien und Alkaloidgehalten, Uncertainties, Conclusions und Recommendations. Expositionsabschnitte nur über Summary und Conclusions; Tabellen und Anhänge nicht ausgewertet. · eingesehen 18.10.2026

    Ergot: from witchcraft to biotechnology
    T. Haarmann, Y. Rolke, S. Giesbert & P. Tudzynski · Molecular Plant Pathology 10(4):563–577 · 2009 · Übersichtsarbeit
    Volltext über PMC (PMC6640538) im HTML gelesen: Summary, Abschnitte 1.1, 1.2, 2.1, Anfang von 2.2, 2.3, 3.1 und 3.2. Historische Angaben beruhen auf Sekundärliteratur der Autoren; die Opferzahl für 944–945 weicht von Miedaner & Geiger 2015 ab und wurde nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
    Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Fragen und Antworten zu Ergotalkaloiden in Getreideerzeugnissen
    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 25.07.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen, alle zehn Fragen: Vorkommen im Mutterkorn, akute und chronische Wirkungen, EFSA-Richtwerte 2012, Eintrag über Bruchstücke und Stäube, Nicht-Erkennbarkeit für Verbraucher, empfindliche Gruppen, BfR-Bewertung 2023, Höchstgehalte nach VO (EU) 2021/1399 und 2024/1808. Seitendatum 25.07.2024; auf derselben Seite steht zusätzlich der Vermerk „Aktualisierte Fassung vom 12. November 2013“. Das verlinkte PDF wurde nicht gesondert gelesen. · eingesehen 18.10.2026

  4. Ergotismus: Krampfform und Brandform

    Die Vergiftung durch Mutterkorn wird heute als Ergotismus bezeichnet. Beim konvulsiven Ergotismus, im Deutschen auch Krampfseuche oder Kribbelkrankheit genannt, stehen Kribbeln, Muskelkrämpfe, Zuckungen und Halluzinationen im Vordergrund. Beim gangränösen Ergotismus kommt es zu brennenden Schmerzen und Gefühlsverlust in Fingern, Zehen oder ganzen Gliedmaßen, die schließlich absterben können. Eine Übersichtsarbeit führt die Krampfform auf eine serotonerge Wirkung einiger Alkaloide auf das Zentralnervensystem zurück, die Brandform auf ihre starke Gefäßverengung. Im Mittelalter hieß die Krankheit „St. Antonius-Feuer“ oder heiliges Feuer; sie trat vor allem nach dem Verzehr von Brot aus befallenem Roggen auf. Für das 10. Jahrhundert beschreiben Übersichtsarbeiten Epidemien in Frankreich mit vielen Toten, nennen dafür aber unterschiedliche Zahlen. Nachdem der Zusammenhang erkannt war und Getreide gereinigt wurde, wurden große Epidemien selten; Haarmann et al. nennen 1879–1881 als letzte in Deutschland sowie spätere Ausbrüche in Russland (1926–1927) und Äthiopien (1977–1978).

    Belege & Lesestand

    Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
    Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Ergot: from witchcraft to biotechnology
    T. Haarmann, Y. Rolke, S. Giesbert & P. Tudzynski · Molecular Plant Pathology 10(4):563–577 · 2009 · Übersichtsarbeit
    Volltext über PMC (PMC6640538) im HTML gelesen: Summary, Abschnitte 1.1, 1.2, 2.1, Anfang von 2.2, 2.3, 3.1 und 3.2. Historische Angaben beruhen auf Sekundärliteratur der Autoren; die Opferzahl für 944–945 weicht von Miedaner & Geiger 2015 ab und wurde nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Biology, Genetics, and Management of Ergot (Claviceps spp.) in Rye, Sorghum, and Pearl Millet
    T. Miedaner & H. H. Geiger · Toxins 7(3):659–678 · 2015 · Übersichtsarbeit
    Volltext über Europe PMC (PMC4379517) gelesen: Abstract, Abschnitte 1–4, 5–5.2, 6.4 (genetische und umweltbedingte Variation der Alkaloidgehalte), 7.3 und 8. Abschnitte zu Resistenzzüchtung und Fungiziden nicht ausgewertet. Lizenz CC BY. · eingesehen 18.10.2026

  5. Lebensmittelsicherheit heute

    Große Mutterkorn-Epidemien sind nach dem LGL durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen heute praktisch ausgeschlossen. Ergotalkaloide gelangen aber weiterhin über Mutterkorn, dessen Bruchstücke oder Staub in Getreideerzeugnisse, und Verbraucherinnen und Verbraucher können sie nicht erkennen. Weil Ergotalkaloide auch ohne sichtbare Sklerotien vorkommen können, kamen 2022 zu den Höchstgehalten für Mutterkorn-Sklerotien in unverarbeitetem Getreide EU-weit Höchstgehalte für die Summe der Hauptalkaloide in Mahlerzeugnissen und weiteren Lebensmitteln hinzu; beide stehen heute in der Verordnung (EU) 2023/915. In der durch die Verordnung (EU) 2024/1808 geänderten Fassung gilt für Sklerotien in unverarbeiteten Getreidekörnern außer Mais und Reis ein Höchstgehalt von 0,2 g/kg, für Roggen seit dem 1. Juli 2025. Für die Alkaloidsumme in Roggenmahlerzeugnissen gelten 500 µg/kg, ab dem 1. Juli 2028 250 µg/kg; für Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder 20 µg/kg. Die EFSA leitete 2012 für die Summe der Alkaloide Gruppenrichtwerte ab: eine akute Referenzdosis von 1 µg je Kilogramm Körpergewicht und eine tolerierbare tägliche Aufnahme von 0,6 µg je Kilogramm Körpergewicht und Tag. An ihnen messen Behörden die geschätzte Aufnahme über Lebensmittel. Mit Überwachungsdaten der Jahre 2013 bis 2021 kam das BfR 2023 zu dem Schluss, dass bei Kindern von sechs Monaten bis unter sechs Jahren durch Roggenerzeugnisse akute gesundheitliche Beeinträchtigungen mit mittlerer Eintrittswahrscheinlichkeit auftreten können; die Wahrscheinlichkeit chronischer Beeinträchtigungen stufte es als gering ein.

    Belege & Lesestand

    Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
    Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Fragen und Antworten zu Ergotalkaloiden in Getreideerzeugnissen
    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 25.07.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen, alle zehn Fragen: Vorkommen im Mutterkorn, akute und chronische Wirkungen, EFSA-Richtwerte 2012, Eintrag über Bruchstücke und Stäube, Nicht-Erkennbarkeit für Verbraucher, empfindliche Gruppen, BfR-Bewertung 2023, Höchstgehalte nach VO (EU) 2021/1399 und 2024/1808. Seitendatum 25.07.2024; auf derselben Seite steht zusätzlich der Vermerk „Aktualisierte Fassung vom 12. November 2013“. Das verlinkte PDF wurde nicht gesondert gelesen. · eingesehen 18.10.2026

    Verordnung (EU) 2023/915 der Kommission vom 25. April 2023 über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln
    Europäische Kommission · ABl. L 119 vom 05.05.2023 · EU-Rechtsakt
    Ursprungsfassung (ABl. L 119 vom 05.05.2023, S. 103) im EUR-Lex-HTML gelesen: Art. 8, Art. 10 Abs. 1 Buchst. b und Anhang I Nr. 1.8 (Mutterkorn-Sklerotien; Ergotalkaloide als Untergrenze der Summe aus sechs Epimerenpaaren, Ergocryptin/Ergocryptinin in α- und β-Form). Die Zahl „zwölf“ steht nicht im Verordnungstext, sondern bei BfR, LGL und EFSA. Spätere Änderungen von Nr. 1.8 über VO (EU) 2024/1808 und die konsolidierte Fassung. · eingesehen 18.10.2026

    Verordnung (EU) 2024/1808 der Kommission vom 1. Juli 2024 zur Änderung der Verordnung (EU) 2023/915 in Bezug auf den Zeitpunkt, ab dem niedrigere Höchstgehalte für Mutterkorn-Sklerotien und Ergotalkaloide in Lebensmitteln gelten
    Europäische Kommission · ABl. L, 2024/1808, 02.07.2024 · EU-Rechtsakt
    Volltext im EUR-Lex-HTML gelesen: Erwägungsgründe 1–8 (u. a. gestiegene Prävalenz aufgrund klimatischer Bedingungen), Art. 1–2, Anhang mit Nr. 1.8.1.2 (Roggen 0,5 g/kg, 0,2 g/kg ab 1. Juli 2025), 1.8.2.1, 1.8.2.1a und 1.8.2.3 (Roggenmahlerzeugnisse 500 µg/kg, 250 µg/kg ab 1. Juli 2028). · eingesehen 18.10.2026

    Verordnung (EU) 2023/915 · konsolidierte Fassung vom 19.08.2026
    Amt für Veröffentlichungen der EU · EUR-Lex · Stand 19.08.2026 · EU-Rechtsakt · konsolidierte Fassung
    Konsolidierte Fassung 02023R0915-20260819 im EUR-Lex-HTML gelesen: Änderungsliste M1–M11 und Anhang I Nr. 1.8. Nr. 1.8 ist darin nur durch M7 (VO 2024/1756, Anmerkungen zu Nr. 1.8.1) und M8 (VO 2024/1808) geändert. Konsolidierte Texte haben laut EUR-Lex keine Rechtswirkung; maßgeblich bleiben die im Amtsblatt veröffentlichten Rechtsakte. · eingesehen 18.10.2026

    Scientific Opinion on Ergot alkaloids in food and feed
    EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM) · EFSA Journal 10(7):2798 · 2012 · Behördliche Evidenzbewertung
    Nur Abstract gelesen (PMC-Datensatz PMC13093078 mit Abstract, Gremienangaben und Literaturliste). Der Volltext (158 S.) wurde nicht gelesen: PDF bei PMC hinter einer Bot-Prüfung, Verlagsseite HTTP 403, kein Volltext über Europe PMC; nicht umgangen. Hauptalkaloide, Referenzpunkt und Richtwerte zusätzlich in EFSA 2017 (Einleitung) und BfR 2023 (Abschnitt 3.1.2) bestätigt. · eingesehen 18.10.2026

    Bewertung gesundheitlicher Risiken durch Ergotalkaloide in ausgewählten Getreideprodukten
    BfR · Stellungnahme Nr. 041/2023 vom 25.09.2023 · Behördliche Evidenzbewertung
    PDF (66 S., DOI 10.17590/20230925-094324-0) in Abschnitten gelesen: Zusammenfassung S. 1–2, Abschnitte 1–2 (S. 2–4), 3.1.1 Gefahrenidentifizierung (S. 4–5), 3.1.2 Gefahrencharakterisierung (S. 5–6), 3.2 (S. 38–39) sowie Nachtrag Abschnitte 4–5 (S. 40–41). Expositionstabellen und Abschnitte 3.1.3, 3.1.4 und 6 nur über die Ergebnisabschnitte. Die Bewertung bezieht sich auf die damals für den 1. Juli 2024 geplanten Absenkungen nach VO (EU) 2021/1399; VO (EU) 2024/1808 verschob einen Teil davon später. · eingesehen 18.10.2026

  6. Warum das Alkaloidprofil schwankt

    Welche Alkaloide ein Mutterkorn in welcher Menge enthält, hängt nach dem BfR von der Wirtspflanze und dem regional vorherrschenden Pilzstamm ab. Isolate von C. purpurea unterscheiden sich genetisch und umweltbedingt stark in ihrer Alkaloidzusammensetzung. In einem Roggenversuch veränderten Standort und Jahr bei gleichem Impfmaterial sogar die Anteile einzelner Alkaloide: In einem Jahr hatten Ergotamin und Ergosin die größten Anteile, im folgenden Jahr am selben Ort Ergosin und Ergocristin; die Autoren halten einen Einfluss des aus mehreren Isolaten gemischten Impfmaterials für möglich. Eine Feldstudie mit drei Isolaten aus drei Ländern fand bei den Isolaten ähnliche Spektren, aber unterschiedliche Mengen einzelner Alkaloide; zwischen ihren beiden Versuchsjahren verschoben sich vor allem die Anteile von Ergometrin und Ergotamin. Der Gesamtgehalt im Mutterkorn liegt nach dem LGL meist weit unter 1 %; eine Übersichtsarbeit nennt 0,01 bis 1 % der Trockenmasse. Bei Verarbeitung und Backen verschiebt sich das Verhältnis zugunsten der -inin-Epimere. Sichtbare Sklerotien zeigen Alkaloide in Getreideproben meist an; in den von der EFSA ausgewerteten Daten gab es aber auch Proben ohne erkennbare Sklerotien mit messbaren Gehalten und Proben mit Sklerotien, in denen keine Alkaloide quantifiziert wurden.

    Belege & Lesestand

    Bewertung gesundheitlicher Risiken durch Ergotalkaloide in ausgewählten Getreideprodukten
    BfR · Stellungnahme Nr. 041/2023 vom 25.09.2023 · Behördliche Evidenzbewertung
    PDF (66 S., DOI 10.17590/20230925-094324-0) in Abschnitten gelesen: Zusammenfassung S. 1–2, Abschnitte 1–2 (S. 2–4), 3.1.1 Gefahrenidentifizierung (S. 4–5), 3.1.2 Gefahrencharakterisierung (S. 5–6), 3.2 (S. 38–39) sowie Nachtrag Abschnitte 4–5 (S. 40–41). Expositionstabellen und Abschnitte 3.1.3, 3.1.4 und 6 nur über die Ergebnisabschnitte. Die Bewertung bezieht sich auf die damals für den 1. Juli 2024 geplanten Absenkungen nach VO (EU) 2021/1399; VO (EU) 2024/1808 verschob einen Teil davon später. · eingesehen 18.10.2026

    Biology, Genetics, and Management of Ergot (Claviceps spp.) in Rye, Sorghum, and Pearl Millet
    T. Miedaner & H. H. Geiger · Toxins 7(3):659–678 · 2015 · Übersichtsarbeit
    Volltext über Europe PMC (PMC4379517) gelesen: Abstract, Abschnitte 1–4, 5–5.2, 6.4 (genetische und umweltbedingte Variation der Alkaloidgehalte), 7.3 und 8. Abschnitte zu Resistenzzüchtung und Fungiziden nicht ausgewertet. Lizenz CC BY. · eingesehen 18.10.2026

    Covariation of Ergot Severity and Alkaloid Content Measured by HPLC and One ELISA Method in Inoculated Winter Rye across Three Isolates and Three European Countries
    A. Kodisch et al. (17 Autorinnen und Autoren, Korrespondenz T. Miedaner) · Toxins 12(11):676 · 2020 · Primärstudie
    Volltext über Europe PMC (PMC7692364) gelesen: Abstract, Einleitung, Ergebnisse 2.4–2.5 (Isolate, Alkaloidspektrum), Diskussion 3.1–3.4, Schlussfolgerungen und Methoden 5.1 (Herkunft der drei Inokula: Deutschland, Polen, Österreich); übrige Ergebnis- und Methodenabschnitte nicht im Detail. Künstlich inokulierter Winterroggen, 372 Proben aus drei Ländern und zwei Jahren. · eingesehen 18.10.2026

    Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
    Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Ergot: from witchcraft to biotechnology
    T. Haarmann, Y. Rolke, S. Giesbert & P. Tudzynski · Molecular Plant Pathology 10(4):563–577 · 2009 · Übersichtsarbeit
    Volltext über PMC (PMC6640538) im HTML gelesen: Summary, Abschnitte 1.1, 1.2, 2.1, Anfang von 2.2, 2.3, 3.1 und 3.2. Historische Angaben beruhen auf Sekundärliteratur der Autoren; die Opferzahl für 944–945 weicht von Miedaner & Geiger 2015 ab und wurde nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Human and animal dietary exposure to ergot alkaloids
    EFSA · D. Arcella, J. Á. Gómez Ruiz, M. L. Innocenti & R. Roldán · EFSA Journal 15(7):4902 · 2017 · Behördlicher wissenschaftlicher Bericht
    Volltext über Europe PMC (PMC7010019) gelesen: Summary, Introduction mit 1.1, Abschnitte 3.1–3.1.4 (Vorkommen, Anteile der Epimere, Sklerotiendaten), Abschnitt zu Sklerotien und Alkaloidgehalten, Uncertainties, Conclusions und Recommendations. Expositionsabschnitte nur über Summary und Conclusions; Tabellen und Anhänge nicht ausgewertet. · eingesehen 18.10.2026

  7. Die klinische Grenze

    Kenntnisse über Wirkungen beim Menschen beruhen nach BfR und EFSA auf unerwünschten Wirkungen beim Einsatz einzelner Alkaloide als Arzneistoffe und auf Krankheitsausbrüchen nach dem Verzehr stark belasteter Getreideprodukte. Die EFSA-Richtwerte selbst beruhen auf einer 13-wöchigen Fütterungsstudie mit Ergotamin an Ratten; als empfindlichster Endpunkt diente eine Schwanzmuskelatrophie infolge Gefäßverengung. Nach dem BfR wurden die Werte den Erkenntnissen aus der Arzneimittelanwendung gegenübergestellt. Weil sich die relative Wirkstärke der einzelnen Alkaloide nicht bestimmen ließ, nahm die EFSA für alle die gleiche an; die -inin-Formen gelten als biologisch inaktiv oder weniger toxisch, werden wegen der Umwandlung ineinander aber mitbewertet. Hinweise auf eine gentoxische Wirkung liegen nach dem BfR unter Verweis auf die EFSA nicht vor. Eine Übersichtsarbeit hält es für wahrscheinlich, dass die Beschwerden beim Ergotismus vom jeweiligen Alkaloidprofil des Mehls abhängen. Wie viel Alkaloid eine Probe enthält, lässt sich nach EFSA und einer Feldstudie nicht verlässlich aus ihrem Mutterkornanteil vorhersagen. Einzelne Wirkstoffe wie Ergotamin oder Ergometrin werden medizinisch eingesetzt; die frühere Verwendung von Mutterkorn als Wehenmittel war dagegen wegen des schwer kontrollierbaren Wirkstoffgehalts riskant.

    Belege & Lesestand

    Fragen und Antworten zu Ergotalkaloiden in Getreideerzeugnissen
    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 25.07.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen, alle zehn Fragen: Vorkommen im Mutterkorn, akute und chronische Wirkungen, EFSA-Richtwerte 2012, Eintrag über Bruchstücke und Stäube, Nicht-Erkennbarkeit für Verbraucher, empfindliche Gruppen, BfR-Bewertung 2023, Höchstgehalte nach VO (EU) 2021/1399 und 2024/1808. Seitendatum 25.07.2024; auf derselben Seite steht zusätzlich der Vermerk „Aktualisierte Fassung vom 12. November 2013“. Das verlinkte PDF wurde nicht gesondert gelesen. · eingesehen 18.10.2026

    Scientific Opinion on Ergot alkaloids in food and feed
    EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM) · EFSA Journal 10(7):2798 · 2012 · Behördliche Evidenzbewertung
    Nur Abstract gelesen (PMC-Datensatz PMC13093078 mit Abstract, Gremienangaben und Literaturliste). Der Volltext (158 S.) wurde nicht gelesen: PDF bei PMC hinter einer Bot-Prüfung, Verlagsseite HTTP 403, kein Volltext über Europe PMC; nicht umgangen. Hauptalkaloide, Referenzpunkt und Richtwerte zusätzlich in EFSA 2017 (Einleitung) und BfR 2023 (Abschnitt 3.1.2) bestätigt. · eingesehen 18.10.2026

    Human and animal dietary exposure to ergot alkaloids
    EFSA · D. Arcella, J. Á. Gómez Ruiz, M. L. Innocenti & R. Roldán · EFSA Journal 15(7):4902 · 2017 · Behördlicher wissenschaftlicher Bericht
    Volltext über Europe PMC (PMC7010019) gelesen: Summary, Introduction mit 1.1, Abschnitte 3.1–3.1.4 (Vorkommen, Anteile der Epimere, Sklerotiendaten), Abschnitt zu Sklerotien und Alkaloidgehalten, Uncertainties, Conclusions und Recommendations. Expositionsabschnitte nur über Summary und Conclusions; Tabellen und Anhänge nicht ausgewertet. · eingesehen 18.10.2026

    Bewertung gesundheitlicher Risiken durch Ergotalkaloide in ausgewählten Getreideprodukten
    BfR · Stellungnahme Nr. 041/2023 vom 25.09.2023 · Behördliche Evidenzbewertung
    PDF (66 S., DOI 10.17590/20230925-094324-0) in Abschnitten gelesen: Zusammenfassung S. 1–2, Abschnitte 1–2 (S. 2–4), 3.1.1 Gefahrenidentifizierung (S. 4–5), 3.1.2 Gefahrencharakterisierung (S. 5–6), 3.2 (S. 38–39) sowie Nachtrag Abschnitte 4–5 (S. 40–41). Expositionstabellen und Abschnitte 3.1.3, 3.1.4 und 6 nur über die Ergebnisabschnitte. Die Bewertung bezieht sich auf die damals für den 1. Juli 2024 geplanten Absenkungen nach VO (EU) 2021/1399; VO (EU) 2024/1808 verschob einen Teil davon später. · eingesehen 18.10.2026

    Analysis of Ergot Alkaloids
    C. Crews · Toxins 7(6):2024–2050 · 2015 · Übersichtsarbeit
    Volltext über Europe PMC (PMC4488688) gelesen: Abschnitte 1.1–1.3 (Stoffklassen, Epimerisierung an C-8), 2 (Stabilität) und 15. Methodenteil nicht ausgewertet. Die Einordnung von Ergometrin unter die Ergopeptine in Abschnitt 1.3 wird nicht übernommen (EFSA 2017: Lysergsäure-Abkömmling); die Angaben zur Rechtslage (Stand 2015) sind überholt. · eingesehen 18.10.2026

    Ergot: from witchcraft to biotechnology
    T. Haarmann, Y. Rolke, S. Giesbert & P. Tudzynski · Molecular Plant Pathology 10(4):563–577 · 2009 · Übersichtsarbeit
    Volltext über PMC (PMC6640538) im HTML gelesen: Summary, Abschnitte 1.1, 1.2, 2.1, Anfang von 2.2, 2.3, 3.1 und 3.2. Historische Angaben beruhen auf Sekundärliteratur der Autoren; die Opferzahl für 944–945 weicht von Miedaner & Geiger 2015 ab und wurde nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

    Covariation of Ergot Severity and Alkaloid Content Measured by HPLC and One ELISA Method in Inoculated Winter Rye across Three Isolates and Three European Countries
    A. Kodisch et al. (17 Autorinnen und Autoren, Korrespondenz T. Miedaner) · Toxins 12(11):676 · 2020 · Primärstudie
    Volltext über Europe PMC (PMC7692364) gelesen: Abstract, Einleitung, Ergebnisse 2.4–2.5 (Isolate, Alkaloidspektrum), Diskussion 3.1–3.4, Schlussfolgerungen und Methoden 5.1 (Herkunft der drei Inokula: Deutschland, Polen, Österreich); übrige Ergebnis- und Methodenabschnitte nicht im Detail. Künstlich inokulierter Winterroggen, 372 Proben aus drei Ländern und zwei Jahren. · eingesehen 18.10.2026

    Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
    Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

Zeitliche Einordnung

Zeitlicher Verlauf.

Ergotismus (Mutterkornvergiftung)

Die ausgewerteten Quellen nennen keine feste Zeitspanne bis zu ersten Beschwerden. Sie trennen kurzfristige (akute) Wirkungen nach einmaliger oder kurzzeitiger Aufnahme, etwa Kopfschmerzen, Missempfindungen in den Gliedmaßen, Halluzinationen oder Krämpfe, von Folgen langfristiger (chronischer) Aufnahme wie Gewebeschäden und andauernden Muskelkrämpfen. Den historischen Ergotismus beschreibt das LGL als chronische Vergiftung, die über Kribbeln der Haut zu starken Muskelkrämpfen oder zu absterbenden Gliedmaßen führen konnte.

Das sind Literaturangaben zur zeitlichen Einordnung. Sie eignen sich weder zur Selbstdiagnose noch zum Ausschluss einer Vergiftung.

Einzelfälle, Behandlung und Mischmahlzeiten können den Verlauf verändern.

Belege & Lesestand

Bewertung gesundheitlicher Risiken durch Ergotalkaloide in ausgewählten Getreideprodukten
BfR · Stellungnahme Nr. 041/2023 vom 25.09.2023 · Behördliche Evidenzbewertung
PDF (66 S., DOI 10.17590/20230925-094324-0) in Abschnitten gelesen: Zusammenfassung S. 1–2, Abschnitte 1–2 (S. 2–4), 3.1.1 Gefahrenidentifizierung (S. 4–5), 3.1.2 Gefahrencharakterisierung (S. 5–6), 3.2 (S. 38–39) sowie Nachtrag Abschnitte 4–5 (S. 40–41). Expositionstabellen und Abschnitte 3.1.3, 3.1.4 und 6 nur über die Ergebnisabschnitte. Die Bewertung bezieht sich auf die damals für den 1. Juli 2024 geplanten Absenkungen nach VO (EU) 2021/1399; VO (EU) 2024/1808 verschob einen Teil davon später. · eingesehen 18.10.2026

Fragen und Antworten zu Ergotalkaloiden in Getreideerzeugnissen
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 25.07.2024 · Behördliche Einordnung
Seite vollständig im Original-HTML gelesen, alle zehn Fragen: Vorkommen im Mutterkorn, akute und chronische Wirkungen, EFSA-Richtwerte 2012, Eintrag über Bruchstücke und Stäube, Nicht-Erkennbarkeit für Verbraucher, empfindliche Gruppen, BfR-Bewertung 2023, Höchstgehalte nach VO (EU) 2021/1399 und 2024/1808. Seitendatum 25.07.2024; auf derselben Seite steht zusätzlich der Vermerk „Aktualisierte Fassung vom 12. November 2013“. Das verlinkte PDF wurde nicht gesondert gelesen. · eingesehen 18.10.2026

Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

Chemie im mykologischen Zusammenhang

Die zugehörigen Artporträts.

Mutterkorn

Claviceps purpureaLebensgefährlich giftigSehr giftig
Bildnachweise

Mutterkorn
Foto: Alexis Tinker-Tsavalas via iNaturalist, CC BY 4.0 · CC BY 4.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Auswahl aus dem Atlas, keine vollständige Liste aller Vorkommen. Eine Zuordnung ersetzt keine Analyse eines konkreten Fruchtkörpers.

Belege zur Artzuordnung

Fragen und Antworten zu Ergotalkaloiden in Getreideerzeugnissen
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 25.07.2024 · Behördliche Einordnung
Seite vollständig im Original-HTML gelesen, alle zehn Fragen: Vorkommen im Mutterkorn, akute und chronische Wirkungen, EFSA-Richtwerte 2012, Eintrag über Bruchstücke und Stäube, Nicht-Erkennbarkeit für Verbraucher, empfindliche Gruppen, BfR-Bewertung 2023, Höchstgehalte nach VO (EU) 2021/1399 und 2024/1808. Seitendatum 25.07.2024; auf derselben Seite steht zusätzlich der Vermerk „Aktualisierte Fassung vom 12. November 2013“. Das verlinkte PDF wurde nicht gesondert gelesen. · eingesehen 18.10.2026

Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

Human and animal dietary exposure to ergot alkaloids
EFSA · D. Arcella, J. Á. Gómez Ruiz, M. L. Innocenti & R. Roldán · EFSA Journal 15(7):4902 · 2017 · Behördlicher wissenschaftlicher Bericht
Volltext über Europe PMC (PMC7010019) gelesen: Summary, Introduction mit 1.1, Abschnitte 3.1–3.1.4 (Vorkommen, Anteile der Epimere, Sklerotiendaten), Abschnitt zu Sklerotien und Alkaloidgehalten, Uncertainties, Conclusions und Recommendations. Expositionsabschnitte nur über Summary und Conclusions; Tabellen und Anhänge nicht ausgewertet. · eingesehen 18.10.2026

Ergot: from witchcraft to biotechnology
T. Haarmann, Y. Rolke, S. Giesbert & P. Tudzynski · Molecular Plant Pathology 10(4):563–577 · 2009 · Übersichtsarbeit
Volltext über PMC (PMC6640538) im HTML gelesen: Summary, Abschnitte 1.1, 1.2, 2.1, Anfang von 2.2, 2.3, 3.1 und 3.2. Historische Angaben beruhen auf Sekundärliteratur der Autoren; die Opferzahl für 944–945 weicht von Miedaner & Geiger 2015 ab und wurde nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026

Literatur · Datenbanken

Nachlesen & nachvollziehen.

Gezielte Literaturauswahl · Quellen geprüft am 18.10.2026 · unabhängiger Fachreview ausstehend.

  1. Scientific Opinion on Ergot alkaloids in food and feed
    EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM) · EFSA Journal 10(7):2798 · 2012 · Behördliche Evidenzbewertung
    Nur Abstract gelesen (PMC-Datensatz PMC13093078 mit Abstract, Gremienangaben und Literaturliste). Der Volltext (158 S.) wurde nicht gelesen: PDF bei PMC hinter einer Bot-Prüfung, Verlagsseite HTTP 403, kein Volltext über Europe PMC; nicht umgangen. Hauptalkaloide, Referenzpunkt und Richtwerte zusätzlich in EFSA 2017 (Einleitung) und BfR 2023 (Abschnitt 3.1.2) bestätigt. · eingesehen 18.10.2026
  2. Human and animal dietary exposure to ergot alkaloids
    EFSA · D. Arcella, J. Á. Gómez Ruiz, M. L. Innocenti & R. Roldán · EFSA Journal 15(7):4902 · 2017 · Behördlicher wissenschaftlicher Bericht
    Volltext über Europe PMC (PMC7010019) gelesen: Summary, Introduction mit 1.1, Abschnitte 3.1–3.1.4 (Vorkommen, Anteile der Epimere, Sklerotiendaten), Abschnitt zu Sklerotien und Alkaloidgehalten, Uncertainties, Conclusions und Recommendations. Expositionsabschnitte nur über Summary und Conclusions; Tabellen und Anhänge nicht ausgewertet. · eingesehen 18.10.2026
  3. Verordnung (EU) 2023/915 der Kommission vom 25. April 2023 über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln
    Europäische Kommission · ABl. L 119 vom 05.05.2023 · EU-Rechtsakt
    Ursprungsfassung (ABl. L 119 vom 05.05.2023, S. 103) im EUR-Lex-HTML gelesen: Art. 8, Art. 10 Abs. 1 Buchst. b und Anhang I Nr. 1.8 (Mutterkorn-Sklerotien; Ergotalkaloide als Untergrenze der Summe aus sechs Epimerenpaaren, Ergocryptin/Ergocryptinin in α- und β-Form). Die Zahl „zwölf“ steht nicht im Verordnungstext, sondern bei BfR, LGL und EFSA. Spätere Änderungen von Nr. 1.8 über VO (EU) 2024/1808 und die konsolidierte Fassung. · eingesehen 18.10.2026
  4. Bewertung gesundheitlicher Risiken durch Ergotalkaloide in ausgewählten Getreideprodukten
    BfR · Stellungnahme Nr. 041/2023 vom 25.09.2023 · Behördliche Evidenzbewertung
    PDF (66 S., DOI 10.17590/20230925-094324-0) in Abschnitten gelesen: Zusammenfassung S. 1–2, Abschnitte 1–2 (S. 2–4), 3.1.1 Gefahrenidentifizierung (S. 4–5), 3.1.2 Gefahrencharakterisierung (S. 5–6), 3.2 (S. 38–39) sowie Nachtrag Abschnitte 4–5 (S. 40–41). Expositionstabellen und Abschnitte 3.1.3, 3.1.4 und 6 nur über die Ergebnisabschnitte. Die Bewertung bezieht sich auf die damals für den 1. Juli 2024 geplanten Absenkungen nach VO (EU) 2021/1399; VO (EU) 2024/1808 verschob einen Teil davon später. · eingesehen 18.10.2026
  5. Analysis of Ergot Alkaloids
    C. Crews · Toxins 7(6):2024–2050 · 2015 · Übersichtsarbeit
    Volltext über Europe PMC (PMC4488688) gelesen: Abschnitte 1.1–1.3 (Stoffklassen, Epimerisierung an C-8), 2 (Stabilität) und 15. Methodenteil nicht ausgewertet. Die Einordnung von Ergometrin unter die Ergopeptine in Abschnitt 1.3 wird nicht übernommen (EFSA 2017: Lysergsäure-Abkömmling); die Angaben zur Rechtslage (Stand 2015) sind überholt. · eingesehen 18.10.2026
  6. Fragen und Antworten zu Ergotalkaloiden in Getreideerzeugnissen
    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 25.07.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen, alle zehn Fragen: Vorkommen im Mutterkorn, akute und chronische Wirkungen, EFSA-Richtwerte 2012, Eintrag über Bruchstücke und Stäube, Nicht-Erkennbarkeit für Verbraucher, empfindliche Gruppen, BfR-Bewertung 2023, Höchstgehalte nach VO (EU) 2021/1399 und 2024/1808. Seitendatum 25.07.2024; auf derselben Seite steht zusätzlich der Vermerk „Aktualisierte Fassung vom 12. November 2013“. Das verlinkte PDF wurde nicht gesondert gelesen. · eingesehen 18.10.2026
  7. Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl
    Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit · H. Knapp & T. Wenk · 15.10.2024 · Behördliche Einordnung
    Seite vollständig im Original-HTML gelesen: Vorkommen und Bildung, Chemische Struktur, Gesundheitliche Beurteilung, Höchstgehaltsregelungen, Untersuchungen, Quellenliste; aktualisiert 15.10.2024. Die dort genannten JECFA-Werte von 2021 wurden nicht übernommen (JECFA-Bericht nicht gelesen); die Bezeichnungen „Familie Claviceps“ und „Schimmelpilz“ wurden nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026
  8. Ergot: from witchcraft to biotechnology
    T. Haarmann, Y. Rolke, S. Giesbert & P. Tudzynski · Molecular Plant Pathology 10(4):563–577 · 2009 · Übersichtsarbeit
    Volltext über PMC (PMC6640538) im HTML gelesen: Summary, Abschnitte 1.1, 1.2, 2.1, Anfang von 2.2, 2.3, 3.1 und 3.2. Historische Angaben beruhen auf Sekundärliteratur der Autoren; die Opferzahl für 944–945 weicht von Miedaner & Geiger 2015 ab und wurde nicht übernommen. · eingesehen 18.10.2026
  9. Biology, Genetics, and Management of Ergot (Claviceps spp.) in Rye, Sorghum, and Pearl Millet
    T. Miedaner & H. H. Geiger · Toxins 7(3):659–678 · 2015 · Übersichtsarbeit
    Volltext über Europe PMC (PMC4379517) gelesen: Abstract, Abschnitte 1–4, 5–5.2, 6.4 (genetische und umweltbedingte Variation der Alkaloidgehalte), 7.3 und 8. Abschnitte zu Resistenzzüchtung und Fungiziden nicht ausgewertet. Lizenz CC BY. · eingesehen 18.10.2026
  10. Verordnung (EU) 2024/1808 der Kommission vom 1. Juli 2024 zur Änderung der Verordnung (EU) 2023/915 in Bezug auf den Zeitpunkt, ab dem niedrigere Höchstgehalte für Mutterkorn-Sklerotien und Ergotalkaloide in Lebensmitteln gelten
    Europäische Kommission · ABl. L, 2024/1808, 02.07.2024 · EU-Rechtsakt
    Volltext im EUR-Lex-HTML gelesen: Erwägungsgründe 1–8 (u. a. gestiegene Prävalenz aufgrund klimatischer Bedingungen), Art. 1–2, Anhang mit Nr. 1.8.1.2 (Roggen 0,5 g/kg, 0,2 g/kg ab 1. Juli 2025), 1.8.2.1, 1.8.2.1a und 1.8.2.3 (Roggenmahlerzeugnisse 500 µg/kg, 250 µg/kg ab 1. Juli 2028). · eingesehen 18.10.2026
  11. Verordnung (EU) 2023/915 · konsolidierte Fassung vom 19.08.2026
    Amt für Veröffentlichungen der EU · EUR-Lex · Stand 19.08.2026 · EU-Rechtsakt · konsolidierte Fassung
    Konsolidierte Fassung 02023R0915-20260819 im EUR-Lex-HTML gelesen: Änderungsliste M1–M11 und Anhang I Nr. 1.8. Nr. 1.8 ist darin nur durch M7 (VO 2024/1756, Anmerkungen zu Nr. 1.8.1) und M8 (VO 2024/1808) geändert. Konsolidierte Texte haben laut EUR-Lex keine Rechtswirkung; maßgeblich bleiben die im Amtsblatt veröffentlichten Rechtsakte. · eingesehen 18.10.2026
  12. Covariation of Ergot Severity and Alkaloid Content Measured by HPLC and One ELISA Method in Inoculated Winter Rye across Three Isolates and Three European Countries
    A. Kodisch et al. (17 Autorinnen und Autoren, Korrespondenz T. Miedaner) · Toxins 12(11):676 · 2020 · Primärstudie
    Volltext über Europe PMC (PMC7692364) gelesen: Abstract, Einleitung, Ergebnisse 2.4–2.5 (Isolate, Alkaloidspektrum), Diskussion 3.1–3.4, Schlussfolgerungen und Methoden 5.1 (Herkunft der drei Inokula: Deutschland, Polen, Österreich); übrige Ergebnis- und Methodenabschnitte nicht im Detail. Künstlich inokulierter Winterroggen, 372 Proben aus drei Ländern und zwei Jahren. · eingesehen 18.10.2026

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