MitteleuropaDE
Hydrazon

Gyromitrin

Seine Abbauprodukte tragen wesentlich zur Giftwirkung bei. Dazu gehört Monomethylhydrazin, kurz MMH.

Summenformel
C4H8N2O
Molare Masse
100,12 g/mol
Angriffspunkt / Zusammenhang
Unter anderem Leber und Nervensystem
Klinische Zuordnung
Gyromitrin-Syndrom
Chemische Daten & Herkunft

PubChem · Gyromitrin · CID 9548611
NCBI / National Library of Medicine · Chemische Referenzdatenbank
Compound-Datensatz; Summenformel, molare Masse und 2-D-Struktur über PUG REST abgerufen. Datenbankangaben belegen keine medizinische Wirksamkeit. · eingesehen 01.10.2026

2-D-Strukturformel von Gyromitrin, PubChem CID 9548611
2-D-Struktur · PubChem CID 9548611
Tautomerendarstellung laut Datenbank.
Abschnitte
Mechanismus · Studien · Grenzen

Wirkung & Forschung.

  1. Der Ausgangsstoff ist nur ein Teil der Geschichte

    Gyromitrin kann über N-Methyl-N-formylhydrazin zu Monomethylhydrazin abgebaut werden. Die Wirkung hängt deshalb auch von Umwandlungsprozessen ab. Beschrieben sind Magen-Darm-Beschwerden sowie Leber- und neurologische Schäden. Die Summenformel von Gyromitrin bezeichnet den Ausgangsstoff, nicht alle wirksamen Folgeprodukte.

    Belege & Lesestand

    A 19-year longitudinal assessment of gyromitrin-containing (Gyromitra spp.) mushroom poisonings in Michigan
    Vohra, Dirks, Bonito, James & Carroll · 2024 · Primärstudie
    Autoren-PDF, S. 1–2: Abstract, Einleitung und Methoden; 118 Meldungen, davon 83 symptomatisch; Toxicon 247:107825 · eingesehen 01.10.2026

  2. Klinische Verläufe sind unterschiedlich

    Eine Auswertung aus Michigan erfasste 118 gemeldete Expositionen mit als gyromitrinhaltig bekannten oder verdächtigten Lorcheln. Unter den 83 symptomatischen Fällen dominierten Magen-Darm-Beschwerden; neurologische Befunde und Leberschäden kamen ebenfalls vor. Todesfälle wurden in dieser Serie nicht gemeldet. Die Studie zeigt ein Spektrum, nicht einen stets gleichen Verlauf.

    Belege & Lesestand

    A 19-year longitudinal assessment of gyromitrin-containing (Gyromitra spp.) mushroom poisonings in Michigan
    Vohra, Dirks, Bonito, James & Carroll · 2024 · Primärstudie
    Autoren-PDF, S. 1–2: Abstract, Einleitung und Methoden; 118 Meldungen, davon 83 symptomatisch; Toxicon 247:107825 · eingesehen 01.10.2026

  3. Was diese Daten nicht beantworten

    Die Erhebung beruhte auf Meldungen an ein Giftinformationszentrum; die Artbestimmung war unterschiedlich abgesichert. Sie liefert weder eine allgemeine Vergiftungsquote noch eine verlässliche Zubereitungsregel. Nordamerikanische Ergebnisse dürfen zudem nicht unbesehen auf jedes europäische Artkonzept und jede Mahlzeit übertragen werden.

    Belege & Lesestand

    A 19-year longitudinal assessment of gyromitrin-containing (Gyromitra spp.) mushroom poisonings in Michigan
    Vohra, Dirks, Bonito, James & Carroll · 2024 · Primärstudie
    Autoren-PDF, S. 1–2: Abstract, Einleitung und Methoden; 118 Meldungen, davon 83 symptomatisch; Toxicon 247:107825 · eingesehen 01.10.2026

  4. Expositionsserie ist keine Populationsstudie

    Die Michigan-Serie erfasste gemeldete Ereignisse eines bestimmten Giftinformationszentrums über 19 Jahre. Nicht gemeldete Mahlzeiten und unsichere Artzuordnungen begrenzen die Aussage. Ein fehlender Todesfall in dieser Serie kann daher nicht als Nachweis allgemeiner Harmlosigkeit oder als Überprüfung einer Zubereitungsmethode gelesen werden.

    Belege & Lesestand

    A 19-year longitudinal assessment of gyromitrin-containing (Gyromitra spp.) mushroom poisonings in Michigan
    Vohra, Dirks, Bonito, James & Carroll · 2024 · Primärstudie
    Autoren-PDF, S. 1–2: Abstract, Einleitung und Methoden; 118 Meldungen, davon 83 symptomatisch; Toxicon 247:107825 · eingesehen 01.10.2026

Zeitliche Einordnung

Zeitlicher Verlauf.

Gyromitrin-Syndrom

Meist verzögert; die DGfM nennt häufig 6–24 Stunden.

Das sind Literaturangaben zur zeitlichen Einordnung. Sie eignen sich weder zur Selbstdiagnose noch zum Ausschluss einer Vergiftung.

Einzelfälle, Behandlung und Mischmahlzeiten können den Verlauf verändern.

Belege & Lesestand

Vergiftungssyndrome
DGfM · Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Stand 22.01.2023 · Fachgesellschaft
Abschnitte Amatoxin, Gyromitrin, Orellanus, Muscarin, Pantherina, Coprinus und Paxillus; Artzuordnung und zeitliche Einordnung · eingesehen 01.10.2026

Chemie im mykologischen Zusammenhang

Die zugehörigen Artporträts.

Bildnachweise

Frühjahrslorchel
Foto: Kruczy89 / Wikimedia Commons · CC0 1.0 · Original
Atlas-Vorschaubild: Ausschnitt im Format 8:5, verkleinert und als WebP gespeichert.

Auswahl aus dem Atlas, keine vollständige Liste aller Vorkommen. Eine Zuordnung ersetzt keine Analyse eines konkreten Fruchtkörpers.

Belege zur Artzuordnung

Vergiftungssyndrome
DGfM · Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Stand 22.01.2023 · Fachgesellschaft
Abschnitte Amatoxin, Gyromitrin, Orellanus, Muscarin, Pantherina, Coprinus und Paxillus; Artzuordnung und zeitliche Einordnung · eingesehen 01.10.2026

Literatur · Datenbanken

Nachlesen & nachvollziehen.

Gezielte Literaturauswahl · Quellen geprüft am 01.10.2026 · unabhängiger Fachreview ausstehend.

  1. PubChem · Gyromitrin · CID 9548611
    NCBI / National Library of Medicine · Chemische Referenzdatenbank
    Compound-Datensatz; Summenformel, molare Masse und 2-D-Struktur über PUG REST abgerufen. Datenbankangaben belegen keine medizinische Wirksamkeit. · eingesehen 01.10.2026
  2. Vergiftungssyndrome
    DGfM · Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie · Stand 22.01.2023 · Fachgesellschaft
    Abschnitte Amatoxin, Gyromitrin, Orellanus, Muscarin, Pantherina, Coprinus und Paxillus; Artzuordnung und zeitliche Einordnung · eingesehen 01.10.2026
  3. A 19-year longitudinal assessment of gyromitrin-containing (Gyromitra spp.) mushroom poisonings in Michigan
    Vohra, Dirks, Bonito, James & Carroll · 2024 · Primärstudie
    Autoren-PDF, S. 1–2: Abstract, Einleitung und Methoden; 118 Meldungen, davon 83 symptomatisch; Toxicon 247:107825 · eingesehen 01.10.2026

Strukturansicht: PubChem / NCBI, unverändert aus dem verlinkten Compound-Datensatz; lokal gespeichert, keine Verbindung zu PubChem beim Lesen dieser Seite.

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